Mit etwas Verspätung kam heute die Europaklasse des 8. Jahrgangs unserer Partnerschule aus Paris am Hamelner Bahnhof an, wo 18 Einsteiner erstmalig persönlich auf ihre französischen Gäste trafen. Dank kreativ gestalteter Schilder mit den Vornamen der Gäste fanden die Tandems schnell zueinander. Wir freuen uns sehr, dass sie da sind. In den kommenden 10 Tagen stehen viele spannende Aktivitäten auf dem Programm wie bspw. der Empfang beim Bürgermeister, Fahrten nach Hannover und Bremen, ein gemeinsamer Bowlingnachmittag, Schlittschuhlaufen, der Besuch im Unterricht und natürlich eine großartige Abschlussparty. Wir wünschen allen Beteiligten eine unvergessliche Zeit.
Passend zur kalten Jahreszeit hat die Garten-AG am Dienstag während der AG-Stunden Tassen mit selbst gemischtem Vogelfutter zum Aufhängen befüllt. Es roch schon etwas ungewohnt im Chemieraum, als das Tierfett auf den Wärmeplatten geschmolzen wurde. Dann mischten die Einsteiner Haferflocken, Sonnenblumenkerne, Mehlwürmer, Erdnuss- und Wallnuskerne in das flüssige Fett. In Tassen abgefüllt und jeweils eine Sitzwarte hineingesteckt stehen die Futterglocken nun zum Abkühlen in der Biosammlung und können dann, wenn das Fett ausgehärtet ist, aufgehängt werden. Hoffentlich lassen sich an den Glocken dann verschiedene Meisenarten (Blau-, Kohl-, Tannen-, Schwanz- Hauben-und Sumpfmeisen) oder auch Finken und Gimpel beobachten. Wir wünschen jedenfalls guten Appetit.
Erfahrungsbericht - Wochenende in Saint-Maur-des-Fossés
Am Wochenende hatten Olli und ich die Chance, Hameln in seiner Partnerstadt Saint-Maur-des-Fossés, einer Vorstadt von Paris, zu vertreten. Anlass unserer Reise war die Teilnahme am grand concours de dictée, einem Diktatwettbewerb, der in Saint-Maur eine große Bedeutung hat. Bevor der Wettbewerb begann, hatten wir am Samstagmorgen noch eine kleine Tour durch Saint-Maur. Wir waren auf dem marché, dem Wochenendmarkt, der uns besonders gut gefallen hat. Frisches Obst, viele Menschen und eine sehr lebendige Atmosphäre trotz des teilweise schlechten Wetters. Zudem haben wir auch etwas über die Geschichte von Saint-Maur gelernt und uns alte Ruinen angeschaut, die uns einen Eindruck davon gegeben haben, wie die Stadt früher aussah.
Am Samstag schrieben wir das Diktat gemeinsam mit französischen Grundschülern. Wir müssen zugeben, dass uns das Diktat ziemlich schwerfiel. Das Tempo, die Aussprache und einige Wörter waren für uns eine echte Herausforderung. Auch wenn wir am Ende malheuresement keinen Preis mit nach Hause nehmen konnten, war es für uns eine wertvolle Erfahrung. Bei der remise des prix wurden die Gewinner feierlich geehrt und auch wir fühlten uns trotz unseres Ergebnisses sehr willkommen und wertgeschätzt.
Insgesamt bleiben viele schöne Erinnerungen. Ob es das große, fast mysteriöse Haus unserer Gastfamilie war oder die Fahrten mit dem Uber-Fahrer, mit dem wir Gims, Stromae oder Sexion d‘Assaut gehört haben. Solche kleinen Erlebnisse machen diese Reisen richtig besonders. Man merkt zwar nach all den Jahren, dass man noch lange nicht perfekt Französisch spricht, aber man gewinnt immer mehr confiance und Selbstbewusstsein, indem man einfach spricht und sich traut, mit anderen ins Gespräch zu kommen. Für uns war das Wochenende in Saint-Maur eine tolle Erfahrung: Wir haben viel Neues gesehen, nette Leute aus verschiedenen Ländern kennengelernt und konnten gleichzeitig unsere Schule und die Stadt Hameln vertreten.
Merci, Saint-Maur!
À très bientôt
Deniz et Olli
Der Zeitzeuge Heinz-Wilhelm Sartor, geboren 1928 in Hameln, erlebte den 2. Weltkrieg und besonders das Regime der Nationalsozialisten mit eigenen Augen. Er wollte seine Erfahrungen, die Erinnerungen an die damalige Zeit und besonders das Schulsystem mit anderen teilen. Deswegen besuchte der 97-Jährige die Klasse 10D am Mittwoch, den 5.11.2025 im Rahmen des Geschichtsunterrichts bei Herrn Eimer.
Herr Sartor beschrieb, wie früh der NS-Staat schon in die Erziehung der Kinder eingriff und sie beeinflusste. Nach der Volksschule in der Hermannstraße, bei der sie 52 Schülerinnen und Schüler in einer Klasse waren (heute vom Vikilu genutzt) und dem Wechsel zur Oberschule für Jungen (dem heutigen Schiller) stand 1939 der Eintritt in das Deutsche Jungvolk (DJ), die Kinderorganisation der Hitlerjugend (HJ), an. Die Mitgliedschaft war ab 1936 für alle Kinder ab 10 Jahren verpflichtend.
Im Alter von zwölf Jahren wurde er in die einzige Adolf-Hitler-Schule (AHS) des Gaus Süd-Hanover-Braunschweig aufgenommen. Adolf-Hitler-Schulen waren die wenigen Eliteschulen des 3. Reiches, die direkt der HJ unterstanden. Die Aufnahme erfolgte nach einem strengen Auswahlverfahren für die besten Jungen des Jungvolks, zu dem auch der Ahnenpass vorgelegt werden musste. Seine Mutter war über diese Entwicklung und die damit verbundene Trennung von ihrem Sohn sehr traurig, musste sich jedoch fügen.
Die Adolf-Hitler-Schule befand sich in Blankenhain bei Weimar in Thüringen und war als Internat in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Behinderteneinrichtung untergebracht, deren Einwohner zuvor ermordet worden waren. Auf dem Lehrplan standen zusätzlich zu den klassischen Unterrichtsfächern verschiedene sportliche Aktivitäten und militärischer Drill. Außerdem wurde die Geschichte der NSDAP und Hitlers gelehrt sowie Rassenkunde. Wichtig waren dabei vor allem Ordnung, Disziplin und Treue. Besonders überraschend war für die Schülerinnen und Schüler der 10D, dass bei Klassenarbeiten und Diktaten das Abschreiben oder Spicken „unter der Würde der Schülerinnen und Schüler“ war und deswegen keine Aufsicht benötigt wurde. Außerdem erzählte Heinz-Wilhelm Sartor von diversen Exkursionen der Adolf-Hitler-Schule, unter anderem von seinem Besuch im Konzentrationslager Buchenwald. Tatsächlich wurde das Konzentrationslager ohne Vorbereitung oder nachträgliche Aufarbeitung der Schüler besichtigt, es war den Schülern also nicht klar, welche Gräueltaten dort verübt wurden. Deshalb meinte Heinz-Wilhelm Sartor, dass er während des Besuches „gemischte“ Gefühle gehabt habe. In den Sommerferien 1944 arbeiteten die Schüler der Adolf-hitler-Schule in einer unterirdischen Fabrik in Kahla (Thüringen) an Düsenjägern, wo sie auch in Kontakt mit Zwangsarbeitern kamen.
Abschließend ging er noch auf seine Erfahrung an der Kriegsfront ein, wo er im April 1945 als 16-Jähriger zusammen mit jüngeren Schulkameraden das Autobahnkreuz Hermsdorf in Thüringen verteidigen sollte. Es gab mehrere Tote und er geriet für eine Woche in Kriegsgefangenschaft bei den Amerikanern. Nach der Entlassung schlug er sich zu Fuß zurück nach Hameln durch. Nach Kriegsende wurde ihm bewusst, wie falsch das System des NS gewesen war und was für katastrophale Folgen es für die Gesellschaft hatte.
Der Besuch des Zeitzeugen konnte den Schülerinnen und Schülern die Erlebnisse und die Erfahrungen der Zeit des Nationalsozialismus näherbringen. „Es war mal etwas anderes, als Textquellen aus Büchern zu lesen. Durch den Besuch konnte man sich viel besser in die damalige Gesellschaft hineinversetzen.“ In einer anschließenden Fragerunde klärte Heinz-Wilhelm Sartor noch Offengebliebenes und stellte noch ein Gedicht von Erich Kästner vor: „Wenn wir den Krieg gewonnen hätten“. Er schloss seinen Bericht mit einer persönlichen Feststellung an die Schüler: „Ich bin dankbar dafür, dass ich heute in solch einem demokratischen Sozial- und Rechtsstaat leben darf. Es liegt in unserer Hand, ob so etwas Schreckliches wie damals heute noch einmal passiert."
Für die Schülerinnen und Schüler der 10D war dieser Besuch nicht nur ein interessanter Einblick in die Geschichte Deutschlands, sondern auch eine gelungene Abwechslung im Geschichtsunterricht. Besonderer Dank gilt an dieser Stelle vor allem Heinz-Wilhelm Sartor, der trotz seines fortgeschrittenen Alters den Weg zu unserer Schule auf sich genommen hat. Außerdem seiner Enkelin, die ihn bei seinem Besuch begleitet hat und seinen außergewöhnlichen Bericht auch zum ersten Mal verfolgen durfte.
Ein Bericht von Ben Karsubke und Jannick Lüdtke (10D)
Eine erfolgreiche Probenfahrt aller Musikensembles und der Bläserklasse des 6. Jahrgangs in Helmarshausen (Nordhessen) liegt hinter uns. Von Montag bis Freitag wurde von morgens bis abends fleißig und intensiv an den Stücken für das Adventskonzert, das am 9.12. um 18 Uhr in der Münsterkirche statt finden wird, gearbeitet.
Die Jugendherberge Helmarshausen nahm die Einsteiner herzlich auf und verwöhnte alle mit köstlichem Essen, schönen Zimmern und einem tollen Außengelände. Während des Tages ertönten aus allen Probenräumen wohlklingende Klänge, Klein und Groß machten gemeinsam tolle Musik, unterstützen sich in allen Lebenslagen und hatten viel Spaß. Am Donnerstag begann der letzte Abend mit einem Wanderkonzert in allen Probenräumen, wo die Musizierenden ihre Arbeit stolz präsentierten. Anschließend wurde in der Mehrzweckhalle unter schummrigen Discolicht ausgiebig gefeiert mit einstudierten Tänzen und dem ungeduldig erwarteten, traditionellen Lehrersong: "Völlig losgelöst von der Schule probt das AEG gnadenlos, pausenlos, hemmungslos, grandios....." Herr Knedeisen, der seit Sommer die Fachgruppe verstärkt, brillierte hier mit einem starken Gitarrensolo.
Die Probenfahrt war für alle Teilnehmenden wie immer ein Highlight des Schuljahres und ein großes Lob geht an unsere Musizierenden, die immer gut gelaunt bei allen Proben erschienen sind, sich stets mit Leidenschaft im Ensemble engagiert und super organisert das Ein- und Ausladen bewältigt haben. Auch die Herbergsleitung hat der Gruppe ein großes Lob ausgesprochen für ihr höfliches und gesittetes Verhalten. Darüber können wir alle stolz sein!
An dieser Stelle laden wir schon einmal herzlich zu unserem Konzert ein. Der Eintritt ist frei, über Spenden freuen sich alle Musizierenden.




