Passend zur kalten Jahreszeit hat die Garten-AG am Dienstag während der AG-Stunden Tassen mit selbst gemischtem Vogelfutter zum Aufhängen befüllt. Es roch schon etwas ungewohnt im Chemieraum, als das Tierfett auf den Wärmeplatten geschmolzen wurde. Dann mischten die Einsteiner Haferflocken, Sonnenblumenkerne, Mehlwürmer, Erdnuss- und Wallnuskerne in das flüssige Fett. In Tassen abgefüllt und jeweils eine Sitzwarte hineingesteckt stehen die Futterglocken nun zum Abkühlen in der Biosammlung und können dann, wenn das Fett ausgehärtet ist, aufgehängt werden. Hoffentlich lassen sich an den Glocken dann verschiedene Meisenarten (Blau-, Kohl-, Tannen-, Schwanz- Hauben-und Sumpfmeisen) oder auch Finken und Gimpel beobachten. Wir wünschen jedenfalls guten Appetit.
Erfahrungsbericht - Wochenende in Saint-Maur-des-Fossés
Am Wochenende hatten Olli und ich die Chance, Hameln in seiner Partnerstadt Saint-Maur-des-Fossés, einer Vorstadt von Paris, zu vertreten. Anlass unserer Reise war die Teilnahme am grand concours de dictée, einem Diktatwettbewerb, der in Saint-Maur eine große Bedeutung hat. Bevor der Wettbewerb begann, hatten wir am Samstagmorgen noch eine kleine Tour durch Saint-Maur. Wir waren auf dem marché, dem Wochenendmarkt, der uns besonders gut gefallen hat. Frisches Obst, viele Menschen und eine sehr lebendige Atmosphäre trotz des teilweise schlechten Wetters. Zudem haben wir auch etwas über die Geschichte von Saint-Maur gelernt und uns alte Ruinen angeschaut, die uns einen Eindruck davon gegeben haben, wie die Stadt früher aussah.
Am Samstag schrieben wir das Diktat gemeinsam mit französischen Grundschülern. Wir müssen zugeben, dass uns das Diktat ziemlich schwerfiel. Das Tempo, die Aussprache und einige Wörter waren für uns eine echte Herausforderung. Auch wenn wir am Ende malheuresement keinen Preis mit nach Hause nehmen konnten, war es für uns eine wertvolle Erfahrung. Bei der remise des prix wurden die Gewinner feierlich geehrt und auch wir fühlten uns trotz unseres Ergebnisses sehr willkommen und wertgeschätzt.
Insgesamt bleiben viele schöne Erinnerungen. Ob es das große, fast mysteriöse Haus unserer Gastfamilie war oder die Fahrten mit dem Uber-Fahrer, mit dem wir Gims, Stromae oder Sexion d‘Assaut gehört haben. Solche kleinen Erlebnisse machen diese Reisen richtig besonders. Man merkt zwar nach all den Jahren, dass man noch lange nicht perfekt Französisch spricht, aber man gewinnt immer mehr confiance und Selbstbewusstsein, indem man einfach spricht und sich traut, mit anderen ins Gespräch zu kommen. Für uns war das Wochenende in Saint-Maur eine tolle Erfahrung: Wir haben viel Neues gesehen, nette Leute aus verschiedenen Ländern kennengelernt und konnten gleichzeitig unsere Schule und die Stadt Hameln vertreten.
Merci, Saint-Maur!
À très bientôt
Deniz et Olli
Der Zeitzeuge Heinz-Wilhelm Sartor, geboren 1928 in Hameln, erlebte den 2. Weltkrieg und besonders das Regime der Nationalsozialisten mit eigenen Augen. Er wollte seine Erfahrungen, die Erinnerungen an die damalige Zeit und besonders das Schulsystem mit anderen teilen. Deswegen besuchte der 97-Jährige die Klasse 10D am Mittwoch, den 5.11.2025 im Rahmen des Geschichtsunterrichts bei Herrn Eimer.
Herr Sartor beschrieb, wie früh der NS-Staat schon in die Erziehung der Kinder eingriff und sie beeinflusste. Nach der Volksschule in der Hermannstraße, bei der sie 52 Schülerinnen und Schüler in einer Klasse waren (heute vom Vikilu genutzt) und dem Wechsel zur Oberschule für Jungen (dem heutigen Schiller) stand 1939 der Eintritt in das Deutsche Jungvolk (DJ), die Kinderorganisation der Hitlerjugend (HJ), an. Die Mitgliedschaft war ab 1936 für alle Kinder ab 10 Jahren verpflichtend.
Im Alter von zwölf Jahren wurde er in die einzige Adolf-Hitler-Schule (AHS) des Gaus Süd-Hanover-Braunschweig aufgenommen. Adolf-Hitler-Schulen waren die wenigen Eliteschulen des 3. Reiches, die direkt der HJ unterstanden. Die Aufnahme erfolgte nach einem strengen Auswahlverfahren für die besten Jungen des Jungvolks, zu dem auch der Ahnenpass vorgelegt werden musste. Seine Mutter war über diese Entwicklung und die damit verbundene Trennung von ihrem Sohn sehr traurig, musste sich jedoch fügen.
Die Adolf-Hitler-Schule befand sich in Blankenhain bei Weimar in Thüringen und war als Internat in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Behinderteneinrichtung untergebracht, deren Einwohner zuvor ermordet worden waren. Auf dem Lehrplan standen zusätzlich zu den klassischen Unterrichtsfächern verschiedene sportliche Aktivitäten und militärischer Drill. Außerdem wurde die Geschichte der NSDAP und Hitlers gelehrt sowie Rassenkunde. Wichtig waren dabei vor allem Ordnung, Disziplin und Treue. Besonders überraschend war für die Schülerinnen und Schüler der 10D, dass bei Klassenarbeiten und Diktaten das Abschreiben oder Spicken „unter der Würde der Schülerinnen und Schüler“ war und deswegen keine Aufsicht benötigt wurde. Außerdem erzählte Heinz-Wilhelm Sartor von diversen Exkursionen der Adolf-Hitler-Schule, unter anderem von seinem Besuch im Konzentrationslager Buchenwald. Tatsächlich wurde das Konzentrationslager ohne Vorbereitung oder nachträgliche Aufarbeitung der Schüler besichtigt, es war den Schülern also nicht klar, welche Gräueltaten dort verübt wurden. Deshalb meinte Heinz-Wilhelm Sartor, dass er während des Besuches „gemischte“ Gefühle gehabt habe. In den Sommerferien 1944 arbeiteten die Schüler der Adolf-hitler-Schule in einer unterirdischen Fabrik in Kahla (Thüringen) an Düsenjägern, wo sie auch in Kontakt mit Zwangsarbeitern kamen.
Abschließend ging er noch auf seine Erfahrung an der Kriegsfront ein, wo er im April 1945 als 16-Jähriger zusammen mit jüngeren Schulkameraden das Autobahnkreuz Hermsdorf in Thüringen verteidigen sollte. Es gab mehrere Tote und er geriet für eine Woche in Kriegsgefangenschaft bei den Amerikanern. Nach der Entlassung schlug er sich zu Fuß zurück nach Hameln durch. Nach Kriegsende wurde ihm bewusst, wie falsch das System des NS gewesen war und was für katastrophale Folgen es für die Gesellschaft hatte.
Der Besuch des Zeitzeugen konnte den Schülerinnen und Schülern die Erlebnisse und die Erfahrungen der Zeit des Nationalsozialismus näherbringen. „Es war mal etwas anderes, als Textquellen aus Büchern zu lesen. Durch den Besuch konnte man sich viel besser in die damalige Gesellschaft hineinversetzen.“ In einer anschließenden Fragerunde klärte Heinz-Wilhelm Sartor noch Offengebliebenes und stellte noch ein Gedicht von Erich Kästner vor: „Wenn wir den Krieg gewonnen hätten“. Er schloss seinen Bericht mit einer persönlichen Feststellung an die Schüler: „Ich bin dankbar dafür, dass ich heute in solch einem demokratischen Sozial- und Rechtsstaat leben darf. Es liegt in unserer Hand, ob so etwas Schreckliches wie damals heute noch einmal passiert."
Für die Schülerinnen und Schüler der 10D war dieser Besuch nicht nur ein interessanter Einblick in die Geschichte Deutschlands, sondern auch eine gelungene Abwechslung im Geschichtsunterricht. Besonderer Dank gilt an dieser Stelle vor allem Heinz-Wilhelm Sartor, der trotz seines fortgeschrittenen Alters den Weg zu unserer Schule auf sich genommen hat. Außerdem seiner Enkelin, die ihn bei seinem Besuch begleitet hat und seinen außergewöhnlichen Bericht auch zum ersten Mal verfolgen durfte.
Ein Bericht von Ben Karsubke und Jannick Lüdtke (10D)
Eine erfolgreiche Probenfahrt aller Musikensembles und der Bläserklasse des 6. Jahrgangs in Helmarshausen (Nordhessen) liegt hinter uns. Von Montag bis Freitag wurde von morgens bis abends fleißig und intensiv an den Stücken für das Adventskonzert, das am 9.12. um 18 Uhr in der Münsterkirche statt finden wird, gearbeitet.
Die Jugendherberge Helmarshausen nahm die Einsteiner herzlich auf und verwöhnte alle mit köstlichem Essen, schönen Zimmern und einem tollen Außengelände. Während des Tages ertönten aus allen Probenräumen wohlklingende Klänge, Klein und Groß machten gemeinsam tolle Musik, unterstützen sich in allen Lebenslagen und hatten viel Spaß. Am Donnerstag begann der letzte Abend mit einem Wanderkonzert in allen Probenräumen, wo die Musizierenden ihre Arbeit stolz präsentierten. Anschließend wurde in der Mehrzweckhalle unter schummrigen Discolicht ausgiebig gefeiert mit einstudierten Tänzen und dem ungeduldig erwarteten, traditionellen Lehrersong: "Völlig losgelöst von der Schule probt das AEG gnadenlos, pausenlos, hemmungslos, grandios....." Herr Knedeisen, der seit Sommer die Fachgruppe verstärkt, brillierte hier mit einem starken Gitarrensolo.
Die Probenfahrt war für alle Teilnehmenden wie immer ein Highlight des Schuljahres und ein großes Lob geht an unsere Musizierenden, die immer gut gelaunt bei allen Proben erschienen sind, sich stets mit Leidenschaft im Ensemble engagiert und super organisert das Ein- und Ausladen bewältigt haben. Auch die Herbergsleitung hat der Gruppe ein großes Lob ausgesprochen für ihr höfliches und gesittetes Verhalten. Darüber können wir alle stolz sein!
An dieser Stelle laden wir schon einmal herzlich zu unserem Konzert ein. Der Eintritt ist frei, über Spenden freuen sich alle Musizierenden.
Sonderpreis beim Physikwettbewerb „exciting physics“
Am Donnerstag, den 18.09.2025 fuhren Wilma Lotta Krieger, Tali Gansefort, Fiona Xhelili, Sophie Neumann, Luca Tomoscheidt vom Vikilu, sowie Johanna Oppelt und Annabell von der Mosel, beide vom Albert-Einstein-Gymnasium, nach Jena zum Physikwettbewerb „exciting physics“, der wieder im Rahmen der „Highlights der Physik“ stattfand. Das Wissenschaftsfestival „Highlights der Physik“ findet jedes Jahr an wechselnden Standorten in ganz Deutschland statt, bei dem überall in der Stadt verteilt Physik-Ausstellungen, Shows, Workshops für Schüler und Vorträge für jedermann präsentiert und durchgeführt werden. Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler der Forscher AG des Vikilus, sowie die Teilnehmerinnen des Kurses „Forschen und Erfinden“ des Schülerforschungszentrums Hameln Pyrmont von der Chemikerin Jannika Nowag und der Leiterin der Forscher-AG Kristin Wendelstorf.
Dieses Mal fand der Wettbewerb in der Goethe-Galerie in Jena statt. Wilma, Tali und Fiona bastelten einen Zufallsgenerator. Ziel war es, eine Apparatur oder Vorrichtung, mit der eine Gaußverteilung (oder eine andere Wahrscheinlichkeitsverteilung) visualisiert werden kann, zu konstruieren und zu bauen. Der Zufallsgenerator bestand aus einer Holzvorrichtung, auf der ca. 250 Nägel für das zufällige Hinunterfallen der Stahlkugeln fixiert waren. Die Kugeln wurden in fünf verschiedenen Plastikgefäßen aufgefangen. Tatsächlich ist bei 50 Kugeln, mit denen der Zufallsgenerator bestückt wurde, eine statistische Verteilung nach Gauß in den Gefäßen sichtbar gewesen. Wilmas Team gewann unter den teilnehmenden Zufallsgenerator-Gruppen einen fantastischen Sonderpreis (Amazone-Gutschein über 100 € und ein Buch „Physik: Erkenntnisse und Perspektiven“ der Deutschen Physikalischen Gesellschaft). Für den „schönen Klang beim Herunterrollen der Metallkugeln“, lobte Annika Häffner das Team bei der Preisverleihung.
Sophie Neumann und Luca Tomoscheidt hatten beide ein Tauchboot mit ganz unterschiedlichen Techniken entwickelt. Die Tauchboote mussten jeweils auf den Grund eines Beckens gegeben werden und sollten nach zwei Minuten selbstständig wieder auftauchen. Sophies Tauchboot wurde mit Natron, welches gut in Küchenrolle eingepackt war und Essigessenz zum Auftauchen gebracht, während Luca sein Tauchboot vom letzten Jahr verbesserte. Dabei hatte er eine Plastikflasche mit einer bestimmten Masse an Sand gefüllt, die beim Untertauchen wie eine Sanduhr permanent Sand verliert, um dann nach der geforderten Zeit von zwei Minuten wieder aufzutauchen. Die Jury war vom „Sanduhr-Auftauch-Mechanismus“ begeistert.
Annabell von der Mosel und Johanna Oppelt vom Albert-Einstein-Gymnasium blieben noch über Nacht und stellten ihre Präzisionswaage am Freitag, den 19.09.2025 der Jury vor. Aufgabe war es dabei, eine möglichst präzise arbeitende Waage, mit deren Hilfe zwei sehr unterschiedliche Massen bestimmt werden können, zu konstruieren und zu bauen. Leider blieb uns bis zur Preisverleihung nur wenig Zeit, um in der Ausstellung in der Goethe -Galerie zum Beispiel das Quantenlimit, den europäischen Röntgenlaser und die Nebelkammer hautnah zu erleben.
Sophie freute sich im Anschluss an die Preisverleihung über die bei der Tombola gewonnene DJI-Drohne. Auf der Rückfahrt nach Hameln sagte Sophie zufrieden: „Der Tag war sehr lang, anstrengend, schön, traurig und aufregend.“ Betreut wurden die Projekte von Jannika Nowag und Kristin Wendelstorf, mit tatkräftiger Unterstützung einiger Eltern. Wir danken recht herzlich der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und der Wilhelm-Else-Heraeus Stiftung, die unsere Fahrtkosten nach Jena übernommen haben.
Autorin: K. Wendelstorf, VLG




