Nachdem es heute Morgen genieselt hat und wir uns beinahe heimelig gefühlt haben, konnten wir vormittags bereits bei bedecktem Himmel und 18 Grad die traditionellen andalusischen Höhlenhäuser bewundern. Bis heute leben in Guadix Personen in diesen Häusern, die ein wenig wie Frodos Dorf aus dem Auenland wirken: Rundliche, weiße Schornsteine und Lichtschächte ragen aus grünen Wiesen, die eigentlich die Dächer der Häuser sind. Diese Höhlenhäuser haben ganzjährig ein Innenklima von 20 Grad, also sind sie im Winter warm (was Heizkosten spart) und im Sommer kühl, was die Klimaanlage spart. Insbesondere im Sommer möchten die Bewohner bei über 40 Grad im Schatten natürlich sehr gerne bei 20 Grad schlafen! Durch das besondere Klima hält der Lehmboden die Höhlenbauten über Jahre stabil und sicher, sodass moderne Häuser entstanden sind und bis heute eine günstige Art zu leben darstellen.
Im Anschluss an die Besichtigung von Guadix hat unsere Gruppe ein Hamam genossen. Hier gab es verzierte Keramik, die typischen rötlichen Steine und Kerzenlicht, geschwungene Bögen über den verschiedenen Becken, leise arabische Musik, traditionelle Wechselbäder (warm und kalt) und arabischen Tee. Diesen Tee haben die Jugendlichen vier Mal nachbestellt! (Wann hätten Sie gedacht, 14jährige mit Tee zu ködern….?)
Die Jugendlichen konnten den Tag nach den vielfältigen kultuerellen Eindrücken besonders genießen. Wassermangel und Hitze waren durch die Höhlenhäuser und die Gemeinschaftsbäder greifbar und erfahrbar, denn in Deutschland sind es doch eher unübliche Probleme. Die leise, arabische Musik, die entspannende Wirkung von Tee und Bädern und die Gesellschaft der Jugendlichen untereinander sorgte dafür, dass die Austauschgruppe einen ungewöhnlichen und sehr entspannten Nachmittag genossen und im Anschluss zufrieden zu ihren Gastfamilien fuhren.
Und hier etwas ganz Besonderes: Deutsche Austauschschüler üben arabischen Gesang im Hamam: https://vimeo.com/1175293602/4d6b81bbff?share=copy&fl=sv&fe=ci
6 Grad Celsius, klare Luft, Wind von den Bergen: Der frühmorgendliche Aufbruch bei strahlendem Sonnenschein verhieß Wunderbares und vor uns lag der Ausflug zur „Terraza de Granada“, einem Ausflugspunkt für Einheimische, der aus Naturschutzgründen meistens gesperrt ist und heute für unsere internationale Schülergruppe geöffnet wurde. Von der Alhambra aus gesehen liegt die Sierra Elvira auf der gegenüberliegenden Seite des Tals von Granada und bietet atemberaubende Ausblicke. Das finden wohl auch die Bergadler, die in dieser Gegend nisten und zu deren Schutz größere Teile des Gebiets gesperrt sind.
Nach einer Wanderung durch Olivenplantagen und Pinienwälder, in denen bereits der Rosmarin blüht und der Lavendel violette Knospen zeigt, widmete sich unsere Schülergruppe ihrer Resilienz: Die gute Energie der andalusischen Sonne, arabischen Wasserspiele und Flamenco-Musik verpackten die Jugendlichen in kleine Glücksbotschaften, die sie auf englisch, spanisch und deutsch notierten und mit einer Schleife verbanden. Mit den Glücksbotschaften wurde eine traditionell verzierte Holzbox gefüllt, sodass nach unserer Rückkehr am Albert-Einstein-Gymnasium unser Souvenir mit guten Botschaften für alle bereitsteht, die gerne ein wenig von der guten andalusischen Energie tanken möchten.
Am 17.03.2026 um 17:00 Uhr hieß es Vorhang auf für unser jährliches Theater-Event in der gut gefüllten Aula. Die Kurse Ds1 und Ds2 präsentierten ihre selbst erarbeiteten Stücke vor begeistertem Publikum, unter der Leitung von Frau Ernst und Herrn Loeding.
Den Auftakt machte Ds1 mit dem Thriller „COMBINE Verschwörung“. Die Zuschauer verfolgten, wie eine Reporterin durch Fake-News in eine gefährliche Verschwörung geriet. Im Anschluss entführte Ds2 das Publikum mit „ALICE 2.0“ in eine digitale Zukunft, in der eine allmächtige KI die Kontrolle übernommen hat. Besonders die humorvollen Momente im Ds2 Stück sorgten für einige Lacher.
Für uns Darsteller war der Abend ein unvergesslicher Höhepunkt unserer Arbeit. Die harte Probenzeit zahlte sich aus, was das Publikum mit großem Applaus und einer großartigen Stimmung belohnte. Ein riesiges Dankeschön an alle Besucher!
Eure Kurse Ds1 & Ds2
Die 10 Tage Paris vergehen wie im Flug. Inzwischen haben die Einsteiner das Musée d'Orsay und seine Impressionisten besucht, ein Wochenende in den französischen Gastfamilien verbracht, die Opéra Garnier, die alten Kaufhäuser am Boulevard Haussmann, Sacré Coeur und den Place du Tertre besucht und Louis XIV einen Besuch am Hof von Versailles abgestattet. Mittwoch geht es noch in den Unterricht in unserer Partnerschule und am Donnerstag sagen wir schon AU REVOIR. Weiter geht es dann im nächsten Jahr, wo die Tandems die Möglichkeit haben am 3-wöchigen Austausch teilzunehmen.
Nach einem intensiven Wochenende in den Gastfamilien, in denen viel Spanisch gesprochen wurde, hat uns heute ein vielfältiges kulturelles Programm erwartet. Die Stadt Granada ist berühmt für ihre multikulturellen Einflüsse, die durch das Judentum, den Islam und das Christentum geprägt wurden. Während der Herrschaft der arabischen Nazaríe in Granada entstand das heutige Weltkulturerbe Alhambra - eine beeindruckende Stadt mit reichen Gartenanlagen, mehreren Palästen und zahlreichen Wasserspielen.
Die Festung leuchtet schon von den Aussichtspunkten im Stadtviertel Albaycin mit rötlichen Steinen - daher ihr Name, denn „hambra“ im Arabischen bedeutet „rot“, wie wir erfahren haben. Die herrschende Familie der Nazaríe wurde im Jahr 1492 von den katholischen Königen Fernando de Aragón und Isabella de Castilla besiegt - in demselben Jahr, in dem Christoph Kolumbus nach der Vertragsunterzeichnung mit Isabella de Castilla in Richtung Indien aufbrach und auf Amerika stieß.
Nach der beeindruckenden Stadttour zeigte unsere Fitnessuhr 20.000 Schritte - und in den märchenhaften Parkanlagen wären viele der Schülerinnen und Schüler gerne noch weitere Schritte gegangen - freiwillig!




