Spiel und Spaß auf dem Pausenhof am letzten Schultag - eine inzwischen liebgewonnene Aktion der SV, die auch in diesem Jahr für Freude und Kurzweil kurz vor der Zeugnisausgabe sorgte. Von Mitmachaktionen über eine Sammlung von Ideen, was im vergangenen Schuljahr besonders gut war oder für das neue erhofft wird bis hin zu Entspannungsmöglichkeiten bei sonnigem, angenehmem Wetter reichte das Angebot. Die Fotoshow vermittelt einen Eindruck davon, was los war!
Der von Dr. Matthias Loeding gestiftete Schuman-Pokal für besondere schulinterne Leistungen im Europaprofil und im Europäischen Wettbewerb wurde in diesem Schuljahr an Victoria Pach (Klasse 10D) und Simon Eike Weiß (Jahrgang 12) verliehen. In Abwesenheit des Stifters Dr. Matthias Loeding überreichten Schulleiter Sönke Koß und Cord Wilhelm Kiel als Betreuer des Europäischen Wettbewerbs den Pokal sowie Urkunden an die beiden Preisträger.
Simon und Victoria hatten bereits beim regionalen Vorwettbewerb einen Preis gewinnen können. Auf Landesebene erhielten beide eine Anerkennungsurkunde. Ihre Arbeiten - eine Kurzgeschichte (Victoria) bzw. ein Sachtext (Simon) - erschienen Herrn Dr. Loeding und Herrn Kiel als absolut preiswürdig, weshalb die schulinterne Auszeichnung kurz vor Schuljahresende erfolgte.
Zum Ende des Schuljahres 2025/26 wurden vor dem gemeinsamen Kollegiumsgrillen gleich mehrere Mitglieder des Lehrer- und Lehrerinnenkollegiums verabschiedet. Aus unterschiedlichen Gründen - während die Referendarinnen Jacqueline Kemna und Jana Schmidt ihren Vorbereitungdienst erfolgreich abgeschlossen haben und nun ihre Planstellen an den neuen Stammschulen antreten, wechselt Alena Rohr aus privaten Gründen an das Max-Planck-Gymnasium Göttingen.
Die langjährige Ständige Vertreterin des Schulleiters, Studiendirektorin bettina Schröder-Brautlecht, wurde ebenso wie Mathamatik- und Physiklehrer Philip Alscher in den Ruhestand verabschiedet. Neben Schulleiter Sönke Koß verabschiedeten Rainer Wendlandt für den Personalrat sowie die jeweiligen Fachgruppen ihre nun ausgeschiedenen Kolleginnen und Kollegen.
Das Motto dies diesjährigen Abiturjahrgangs – „PrisonBreak – We’re gonnABI free“ klingt auf den ersten Blick kompliziert, bietet aber jede Menge Wortwitz und Interpretationsmöglichkeiten. Es bringt in gewisser Hinsicht das Lebensgefühl der Oberstufenjahre auf den Punkt: Die Schüler und Schülerinnen haben sich durch Formeln, Aufsätze, Klausuren und Stundenpläne gearbeitet. Vielleicht fühlte sich der Schulalltag auch mal wie ein Labyrinth an, aus dem es kein Entkommen zu geben schien – bis jetzt. Nun sind die imaginären Mauern gesprengt, die „Einsteiner“, die das „Reifezeugnis“ nun in den Händen halten, treten hinaus in die große Freiheit des Lebens – mit dem „Abi“ in den Händen. Aber diese „Gefängnismauern“ waren niemals einsam oder öde. Sie waren voller Menschen, welche die Abiturientinnen und Abiturienten begleitet, gefordert und gefördert haben: Lehrkräfte, Eltern und Familien, Mitschüler und Freunde. „We’re gonnABI free“ heißt nicht nur: Weg von Klassenarbeiten und Stundenplan. Es heißt auch: Hinein in Verantwortung, Entscheidungen und Chancen.
Besonders war die „Feier zur Verabschiedung der Abiturientinnen und Abiturienten des Albert-Einstein-Gymnasiums Hameln am 25. Juni 2026“, weil es der letzte Jahrgang gewesen ist, der von der langjährigen Oberstufenkoordinatorin und Stellvertretenden Schulleiterin Bettina Schröder-Brautlecht betreut wurde. Schröder-Brautlecht wurde mehrfach gedankt, unter anderem für die „für die herausragende, ehrliche und sehr persönliche Betreuung“ des Jahrgangs, den sie, so Schulleiter Sönke Koß, „immer in Erinnerung behalten wird.“
Der Schulleiter eröffnete die Abientlassung, die traditionell durch Musikbeiträge des Orchesters (Leitung: Maren Dörner), der Bigband (Tobias Carmine) und des Chors (Claudia Gottschalk) den passenden feierlichen Rahmen erhielt, mit Statistik. Fünfzehn mittlerweile junge Männer und Frauen haben eine „1 vor dem Komma“ erreicht – eine herausragende Leistung. Darunter sind 4 Damen und 11 Herren. Insgesamt 57 Abiturienten haben es „geschafft“, und, so Koß, „Ihr Glücklichen werdet gleich mit Recht, voller Stolz euer Abiturzeugnis oder das Zeugnis über den schulischen Teil der Fachhochschulreife in den Händen halten.“ Der Abiturdurchschnitt liegt dieses Jahr bei 2,4. Das beste Zeugnis weist die Traumnote von 1,0 aus. „Für diese überaus herausragende Leistung bereits an dieser Stelle ein herzlicher Glückwunsch von mir und uns an Linus Sturm“, gratulierte der Oberstudiendirektor, „aber auch ein Triplett junger Männer namens Johannes Hofmann mit 1,2 sowie Henrik Wilkening und Luc Söhlke mit einem Notenschnitt von 1,5 brauchen sich nicht verstecken, wir gratulieren auch hier.“
Nicht vergessen werden sollte, so der Schulleiter: „Wir lassen uns nicht von den Noten blenden, entscheidend ist, dass Ihr junge Persönlichkeiten geworden seid und jetzt in der Lage seid, unabhängig von Eurem Elternhaus eure eigene Zukunft zu bewältigen und die Zukunft unseres Landes mitzugestalten.“ Ein besonderer Tag für alle Anwesenden – aber insbesondere auch für den AEG-Chef selbst, „denn ich bin nicht nur als Schulleiter hier, sondern auch als ganz stolzer Papa. Deshalb muss ich auch aufpassen, dass ich nicht zu emotional werde…“ Koß schloss mit den Worten: „Bleibt so, wie ihr uns in Erinnerung bleiben werdet: Sympathische, freundliche und optimistische junge Leute mit ganz viel Lebenslust und der nötigen Reife. Bleibt vor allem Menschen! Ihr habt es geschafft, ihr seid frei.“
Oberbürgermeister Claudio Griese ermutigte die Abgänger, neugierig zu sein und die Neugier in der Zukunft nicht zu verlieren. „Geht Euren Weg, aber kehrt auch gern nach Hameln zurück“, appellierte Griese, „in die Stadt, wo Ihr Euer Abitur gemacht habt. Griese ehrte nicht nur Linus Stirm für das beste Abitur mit der Urkunde der Stadt Hameln, sondern auch Maya McKay und Merle Söchting, die besondere Leistungen im Fach Französisch erreichen konnten und mit der Urkunde des Partnerschaftsvereins der Stadt Hameln belohnt wurden. Für den Förderverein des AEG überreichte Natalie Evans eine weitere Ehrung an die Jahrgangsbesten Linus Sturm und Johannes Hofmann.
In der Rede der Abiturienten erinnerten Jakob Kreibohm und Alican Ucar an eine sehr bewegte Schulzeit, die teilweise auch während der Corona-Pandemie stattfand. „Unterricht vor dem Bildschirm“ habe bedeutet, dass persönliche Treffen etwas Besonderes wurden. „Die Gemeinschaft hört aber nicht damit auf, dass nicht man im selben Raum sitzt“, so Kreibohm und Ucar. „Es bleibt Dankbarkeit, wir verlassen einen Ort, der uns begleitet hat.“ Die Abiturienten erinnerten in bewegenden Worten an den verstorbenen Mitschüler Moritz Kornemann. Sie schlossen mit einem Zitat Einsteins: „Der Sinn des Lebens besteht nicht darin, ein erfolgreicher Mensch zu sein, sondern ein wertvoller“. Die Ansprache des 12. Jahrgangs hielten Hannes Fricke und Georg Schwarz. Wichtig seien nicht die Fähigkeiten der Abiturienten, sondern die Persönlichkeiten. „Daher ist für Euch nicht der Notenschnitt entscheidend, sondern wer Ihr seid. Feiert ordentlich!“
Für die Lehrerschaft hielt Christoph Lehmann eine sowohl witzige als auch nachdenkliche Rede, die hier leider nur in Ansätzen wiedergegeben werden kann. „Vor etwas mehr als zehn Jahren habe ich meinen ersten Kurs durchs Abi gebracht. Der damalige Schulleiter, Herr Weber, hielt eine Rede, in der er sagte, dass man niemals mehr im Leben so viel weiß, wie nach dem Abitur. Ich dachte, stimmt, damit hat er absolut recht. Eigentlich beeindruckend, was unsere Abiturientia so leistet. Nun sind zehn Jahre vergangen und ihr seid einer der ersten Jahrgänge, die in der Oberstufe KI nutzen konnte. Und ich frage mich nun, ob da dieses Wissen überhaupt noch notwendig ist?“ Unter Medieneinsatz seines Smartphones – bei der kurzen Einspielung des aktuellen Hits „Du bist gut genug“ hatte Lehmann die Lacher auf seiner Seite – und aufgrund seiner Erfahrungen im darstellenden Spiel entstand fast eine Inszenierung der Frage, was Faktenwissen in zeiten von KI noch bedeute – werde nur noch auf Technik gesetzt, wird „Euer Problem aber dabei sein, dass ihr wichtige andere Kompetenzen verlieren oder verlernen werdet. Uns Schulen wird oft vorgeworfen, dass wir nichts fürs Leben lehren, aber mit jeder Gedichtanalyse, mit jeder historischen Quelle, die ihr auseinandergenommen habt, habt ihr gelernt Texte zu hinterfragen und sich Schritt für Schritt zu erarbeiten.“ Die Schule habe die Abiturienten zu jungen Menschen gemacht, die Populismus verstehen und enttarnen und eigenständig Entscheidungen treffen können – und so ihre mit dem Abitur gewonnene Freiheit aktiv verteidigen können.
Bevor am Ende der Veranstaltung die Abiturzeugnisse und sonstigen Zertifikate ausgehändigt wurden, fand – so Sönke Koß wörtlich – ein „Ehrungsmarathon“ statt, denn der Jahrgang war in vielen Bereichen sehr engagiert und/oder besonders gut. Für besondere Leistungen im Fach Deutsch wurde Linus Sturm geehrt, Johannes Hofmann und Henrik Wilkening für besondere Leistungen im Fach Chemie. Besondere Leistungen im Fach Politik/Wirtschaft zeigten Linus Sturm und Johannes Hofmann, in Erdkunde Luc Söhlke, in Mathematik Ahmed Barrazinji und Johannes Hofmann, in Musik Linus Sturm und Fee Félice sowie in Latein (wieder einmal) Linus Sturm. Den Geschichtspreis des Museumsvereins Hameln für besondere Leistungen im Fach Geschichte wurde an Cenk Yilmaz verliehen. Den „Europapreis“ erhielten dieses Jahr gleich fünf Schülerinnen und Schüler, nämlich Linus Sturm, Maya McKay, Silja Wallossek, Viktoria Schweckendiek und Cenk Yilmaz; gesponsert wird dieser von der Europa-Union Hameln-Pyrmont e.V. für besonderes Engagement im Rahmen des Europaprofils.
Für besondere Leistungen im Fach Spanisch wurden Sami Alhaj Arbeea und Ahmad Ahmad ausgezeichnet, in Informatik David Götz (Buchpreis und eine einjährige Mitgliedschaft in der Gesellschaft für Informatik und in Sport (erstmalige Auszeichnung in diesem Fach) Florian Hachmeister und Mika Koß. Besonderes Engagement für den Schulgarten Linus Sturm, Julian Binko und Lukas Deidert, besonderen Einsatz für die Musik Felix Bergmann, Mina Buran, Lukas Deidert, Fee-Félice Priß, Vianne Rehm, Mia Rolla, Nicolas Schupp, Viktoria Schweckendieck, Linus Sturm, Lea Wais und Cenk Yilmaz.
Nach einem Sektempfang in der unteren Pausenhalle ging es am Abend dann – wie jedes Jahr – ins Gasthaus „Mittendorf“ nach Buchhagen, wo in festlich-ausgelassener Stimmung der Abiball 2026 gefeiert wurde.
Cord Wilhelm Kiel
Manchmal muss man gar nicht in die Ferne schweifen, um interessante Ausflugsziele zu entdecken. Unsere Nachbarstadt Bad Pyrmont, mit der Bahn nur 15 Minuten entfernt, bildete in diesem Schuljahr das Ziel der Abschluss-Tagesexkursion der Europa-AG.
Im Fokus stand dabei die Sonderausstellung des Bad Pyrmonter Museums „Ein Weltbad wie Pyrmont – Kurstadt und Nationalsozialismus“, welche in Kürze geschlossen wird. In dieser Ausstellung wird in den Räumen des Pyrmonter Schlosses sehr informativ über die Sonderrolle des Kurbades im „Dritten Reich“ und während des Zweiten Weltkriegs informiert. Knapp 30 Schülerinnen und Schüler der Europa-AG erlebten erst auf einer Führung, dann im Rahmen eines Workshops dieses besondere Thema einer dunklen Zeit der Geschichte. Allen wurde wieder einmal deutlich, wie wichtig Europa – die Aussöhnung ehemaliger Kriegsgegner, die Einigung Europas und vor allem der Frieden – für unser heutiges Leben ist.
Im Anschluss führte Dr. Martin Holme, Vorsitzender des Stadtverbands Bad Pyrmont der überparteilichen Europa-Union und ehemaliger Chefarzt und Klinikdirektor, durch die Innenstadt. Besonderer Fokus lag hierbei auf den Kureinrichtungen – „nach meinen Forschungen“, so Holme, „die ersten Kuranlagen der Welt“. In der Tat ist das Stadtbild mit Alleen, Theater und Prachtbauten nicht nur für eine Kleinstadt beeindruckend. Aufgrund der heißen Temperaturen bildete das finale Ziel der Führung auch den willkommenen Abschluss – eine Eisdiele und kühlende Brunnen.
Mit einer Schulübernachtung am Folgetag wurde das inhaltsreiche AG-Jahr dann für das aktuelle schuljahr abgeschlossen. Mit über 30 Teilnehmenden sorgten so viele Schülerinnen und Schüler wie noch nie für nächtliches Leben im AEG. ;-)
Cord Wilhelm Kiel




