Am 12.05.2026 kamen Schüler und Schülerinnen aus ganz Niedersachsen im Landtag zusammen und diskutierten erst miteinander und anschließend mit Abgeordneten darüber, was Europa für sie bedeutet und wie sie sich die Zukunft vorstellen. Das Europa-Café mit dem Titel „Mitmachen! Mitreden! Es ist dein Europa!“ war wieder ein großer Erfolg – und das AEG als einzige Schule unserer Region mit 15 Schülerinnen und Schülern mit dabei.
Auf die 120 Plätze im Georg-von-Cölln-Hauses in Hannovers Altstadt hatten sich über 400 Schüler/Schülerinnen beworben. Es hat sich inzwischen in Niedersachsens Schulen herumgesprochen, dass das Europa-Café eine spannende Sache ist. Überwältigt von den vielen Anmeldungen, wird im nächsten Jahr ein erweitertes Angebot mit einem zusätzlichen Veranstaltungsort – wahrscheinlich Oldenburg – erarbeitet. Es sollen so viel Schüler/Schülerinnen wie möglich teilnehmen können. Von wegen, die Jugend ist an Politik nicht interessiert!
Das inzwischen eingespielte Organisationsteam vom Landesverband Niedersachsen der Europa-Union und dem Europäischen Informations-Zentrum (EIZ) unter der Schirmherrschaft des Landtagspräsidiums freut sich über die Nachfrage. Regina Asendorf von der Europa-Union Niedersachsen, zog ein positives Fazit: „Das Gespräch der jungen Menschen untereinander und die Diskussion im Landesparlament mit den für Europafragen zuständigen Abgeordneten ist auf jeden Fall spannend und intensiv. Europa braucht die jungen Generationen, ihre Ideen, ihre Energie und ihre Visionen. Sie stehen der Abgeklärtheit der Älteren gegenüber. Beides ist erforderlich und gewinnbringend!“ Europas Entwicklung ließe sich gerade an den verschiedenen Generationen verdeutlichen. „Die Älteren unter uns kennen noch die Grenzen, die D-Mark, die sprachlichen Barrieren. Die jungen Generationen sprechen besser Englisch, bezahlen mit Euro und kennen keine Grenzen mehr“, so Asendorf. „Für sie ist selbstverständlich, was in Jahrzehnten vorher erarbeitet wurde. Umso wichtiger ist es, mit ihnen gemeinsam die nächsten Schritte zu diskutieren. Wir lernen alle davon. Denn auch hier gilt: In Vielfalt vereint!“
Vertreten beim Europa-Café waren die Berufsbildenden Schulen Cuxhaven, das Gymnasium Anna-Sophianeum aus Schöningen, das Gymnasium am Bötschenberg Helmstedt, das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium aus Herzberg/Harz, die BBS 1 Northeim, das Gymnasium Papenburg, die BBSen Haarentor und Wechloy aus Oldenburg, die BBS Osterholz-Scharmbeck, das Gymnasium Bad Iburg, die Leonore-Goldschmidt-Schule IGS Mühlenberg – und eben das Albert-Einstein-Gymnasium Hameln.
Vertreten waren auch die Europaschulen in Niedersachsen e.V., deren Vorsitzende Petra Hoppenstedt an der Veranstaltung teilnahm, sowie die Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) Niedersachsen, für die der ehemalige AEG-Schüler Felix Brand ein Schlusswort sprach. Eröffnet wurde das Café Europa durch Grußworte von Landtagspräsidentin Hanna Naber, von Europaministerin Melanie Walter (siehe Fotos) und – per Videobotschaft – vom Europaabgeordneten Bernd Lange. Die Diskussion mit den Schülerinnen und Schülern führten die Landtagsabgeordneten Constantin Grosch (SPD, aus dem Hamelner Wahlkreis), Christoph Eilers (CDU) und Tamina Reinecke (Grüne).
Cord Wilhelm Kiel
Am Mittwoch, dem 06. Mai, traten wir mit den U15- und U17-Mädchen-Mannschaften beim Kreisentscheid „Jugend trainiert für Olympia“ – in Aerzen an. Im strömenden Regen war für unsere beiden Teams leider nicht viel zu holen. Die U17 musste sich deutlich gegen die das Turnier dominierende KGS Salzhemmendorf geschlagen geben und verlor dann auch in einem knappen Spiel gegen das Humboldt-Gymnasium unglücklich mit 0:1. Die U15-Mannschaft hingegen konnte gegen das Humboldt-Gymnasium einen knappen Sieg einfahren, gegen das Schiller-Gymnasium und die Schule im Hummetal hatte das Team aber aufgrund körperlicher Unterlegenheit keine Chance. Nächstes Jahr ist es dann jeweils der ältere Jahrgang und dann wird erneut angegriffen.
Einen „echten Hochkaräter“ begrüßte Schulleiter Sönke Koß am 22. April 2026 in der Aula des AEG: Prof. Dr. Götz Aly, einer der bekanntesten deutschen und internationalen Historiker der neuesten Geschichte, stellte in Zusammenarbeit mit der VHS, Livengo Entertainment und dem Dokumentations- und Lernort Bückeberg seinen aktuellen Bestseller „Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945“ vor und referierte über das weiterhin hochbrisante Thema Nationalsozialismus. Anschließend diskutierte er mit den rund 300 Schülerinnen und Schülern des AEG und anderer Schulen, welche die Aula fast bis auf den letzten Platz füllten.
Götz Haydar Aly, geboren am 3. Mai 1947 in Heidelberg, ist Politikwissenschaftler, Historiker und Journalist. Thematisch konzentriert er sich auf den Antisemitismus des 19. und 20. Jahrhunderts und auf die Zeit des Nationalsozialismus, insbesondere auf die Wirtschaft und Gesellschaft des NS-Staats, die NS-Rassenhygiene und den Holocaust. Viele seiner Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt.
Aly wurde geboren als Sohn des Verlegers und ehemaligen Hitlerjugend-Funktionärs Ernst Aly und dessen Frau Ottilie, geb. Schneider. Er ist ein Nachfahre des königlich-preußischen Kammertürken (persönlicher Diener türkischer Herkunft) am Hof für eine Person, die dem höheren Adelsstand angehörte) Friedrich Aly (1664-1716) und ein Enkel des Freiburger Philologen Wolfgang Aly (1881–1962). Nachdem Götz Aly 1971 sein Studium (Geschichte und Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin) mit der Diplomprüfung im Fach Politikwissenschaft abgeschlossen hatte, arbeitete er ab 1973 als Leiter einer Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung in Berlin-Spandau. Nach seiner Promotion arbeitete Aly von 1981 bis 1983 und von 1991 bis 1993 als Redakteur für Innenpolitik der neu gegründeten Tageszeitung taz. 1997 bis 2001 war er leitender Redakteur und bis Juni 2021 freier Autor der Berliner Zeitung. In den Zwischenzeiten schrieb er gelegentlich für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit und den Spiegel.
Während dieser Zeit trieb Aly die Erforschung der Krankenmorde im Nationalsozialismus maßgeblich voran und gab von 1984 bis 1992 die ersten zehn Bände der Beiträge zur nationalsozialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik mit heraus, von 1985 bis 1988 leitete er das Projekt „Täterbiografien“ am Hamburger Institut für Sozialforschung. 1994 habilitierte sich Aly am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin in Politikwissenschaft. Nach Gastprofessuren in Wien und Salzburg hatte er von 2004 bis 2006 die auf vier Semester angelegte Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung am Fritz Bauer Institut in Frankfurt am Main inne. 2006 wurde er von Bundespräsident Horst Köhler in den Stiftungsrat des Berliner Jüdischen Museums berufen, dessen Mitglied er bis 2020 war.
Mehrere von Alys Büchern wurden zu Spiegel-Bestsellern. Im August vergangenen Jahres erschien das aktuelle, mit 768 Seiten opulente Werk „Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945“ – „ein Bestseller, obwohl es so dick ist. Wer hat schon Zeit, das alles zu lesen?“ scherzte der berühmte Historiker und Autor zu Beginn seines Vortrags bzw. seiner Lesung. Nun, nach diesem Vortrag dürften es noch etliche weitere sein, denn der Journalist und Wissenschaftler fesselte sein jugendliches Publikum zwei Schulstunden lang. Etliche Fragen wurden gestellt, und es wären noch etliche weitere geworden, wäre die 6. Stunde nicht so schnell zu Ende gegangen.
Im Dialog mit den Schülerinnen und Schülern machte Aly zu Beginn der Veranstaltung vor allem die sozialen Verhältnisse in Deutschland vor der Machtübernahme Hitlers bewusst: geringe Renten, wenig Geld bei einem Großteil der Bevölkerung. Etliche Bauernhöfe wurden zwangsversteigert, Wohnungen gepfändet, weil Mieten nicht mehr bezahlt werden konnten. Kaum jemand hat einen Reisepass – weil „Urlaub“ praktisch unbekannt ist. Viele Dinge sind nicht (mehr) zu bezahlen, „es wird gepfändet und gekündigt“ – Hitler nimmt in den ersten Wochen seiner Herrschaft etliche Gesetzesänderungen vor, so werden z.B. Mieter geschützt und die Zwangsversteigerung von Bauernhöfen verboten. Außerdem haben Verbesserungen der Hygiene und bahnbrechend Entdeckungen in der Medizin zwischen 1860 und 1915 ein starkes Bevölkerungswachstum, herbeigeführt, so dass die deutsche Gesellschaft sehr jung ist. „Und viele dieser jungen Menschen wählen Hitler“, so Götz Aly, „die NsdAP ist eine extrem junge Partei“.
Der Historiker lobte auch die „gute Bildungspolitik Kaiser Wilhelms II“. Dieser – ein Enkel der britischen Kaiserin Victoria und sehr durch seine englische Mutter geprägt – habe etliche Elemente des angelsächsischen Bildungswesens nach Deutschland „importiert“: Noch heute gebe es viele wilhelminische Schulbauten (in Hameln das Schiller-Gymnasium und die Vikilu), gänzlich neue Schulformen wie Ober- und Realschulen seinen eingeführt worden. „Außerdem gab es nun neben den altsprachlichen Schulen auch naturwissenschaftlich ausgerichtete Schulen, was bereitere Gesellschaftsschichten als vorher in diese brachte“, folgerte Götz Aly. Und: „Wäre Wilhelm II 1903 gestorben, hätten wir noch heute Denkmäler von ihm“. Die vielen gut gebildeten jungen Menschen wählten mehrheitlich die NsdAP – aus heutiger Sicht erstaunlich. „Eine weitere große Wählergruppe waren zudem die Protestanten – damals rund zwei Drittel der Bevölkerung“, bilanzierte der Politikwissenschaftler.
Auch das Kriegsende – der Kampf bis quasi zum letzten Mann und letzten Tag – wurde problematisiert. Aly erklärte: „Viele dachten: Wenn die Gegner das mit uns machen, was wir ihnen angetan haben, sind wir sowieso alle tot. Das wurde den Deutschen von der Propaganda immer wieder eingetrichtert: Bei einer Niederlage ist alles vorbei.“ Im Gegensatz zum 1. Weltkrieg sei im 2. Weltkrieg die Schuldfrage „völlig klar“ gewesen.
Fazit: In einer schweren Krise wurde die NSDAP 1932 zur mit Abstand stärksten Partei gewählt. Bald konnte sie die Macht übernehmen und auf wachsende gesellschaftliche Zustimmung bauen. Die NSDAP versprach den Deutschen Aufstieg und Wohlstand, zugleich hielt man die Menschen in Bewegung, keine Atempause, keine Zeit zum Nachdenken, so ging es Richtung Krieg. Als der Glaube an einen Sieg nachließ, wurde aus der Volksgemeinschaft eine Verbrechensgemeinschaft. Jeder konnte wissen, welche Schuld die Deutschen auf sich luden, die Angst vor dem, was nach einer Niederlage geschehen würde, wurde bewusst geschürt.
Cord Wilhelm Kiel
Und hier eine Rezension des Auftritts von Götz Aly aus Schülersicht:
Am 22. April 2026 war Prof. Dr. Götz Aly, einer der bekanntesten deutschen und internationalen Historiker der neuesten Geschichte, zu Gast am AEG. Vor rund 300 Schülerinnen und Schülern – darunter unsere Klasse 10D sowie mehrere zwölfte Klassen umliegender Gymnasien – stellte er sein aktuelles Buch „Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945" vor und ging der Frage nach, warum so viele Menschen Hitlers Aufstieg und die Verbrechen des NS-Regimes nicht nur geduldet, sondern aktiv mitgetragen haben.
Inhalt
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die NSDAP in einer Demokratie überhaupt so stark werden konnte. Aly zeichnete eindrücklich nach, wie sehr die Bevölkerung nach dem Ersten Weltkrieg und besonders nach der Weltwirtschaftskrise 1929 unter Massenarbeitslosigkeit, Zwangsversteigerungen und einem tiefen Vertrauensverlust in die Demokratie litt. In dieser Lage konnte Hitler mit einfachen Versprechen – Arbeit, Ordnung, nationale Stärke – viele Menschen für sich gewinnen. Besonders interessant fand ich seinen Gedanken, dass die NSDAP eine auffällig „junge Partei" gewesen sei, getragen von einer demografisch jungen Gesellschaft. Hängengeblieben ist mir auch sein Punkt zum Kriegsende: Viele kämpften bis zuletzt weiter, weil die Propaganda ihnen eingeredet hatte, bei einer Niederlage sei sowieso alles verloren – aus der „Volksgemeinschaft", so Aly, sei am Ende eine „Verbrechensgemeinschaft" geworden. Vieles davon kannte ich aus dem Unterricht, neu und besonders wertvoll war Alys persönlicher Zugang: Mit sechzehn habe er erstmals Bilder des Holocaust gesehen und danach seine eigenen Eltern damit konfrontiert – sein Vater hatte eine Leitungsfunktion in der Hitlerjugend und war als Soldat im Krieg gewesen. Genau dieser biografische Hintergrund hat den Vortrag für mich glaubwürdig und sehr menschlich gemacht.
Art und Weise
Auch in der Art und Weise hat mich Aly überzeugt. Schon zu Beginn kündigte er an, bei Unruhe einfach zu unterbrechen und zu warten – eine kleine Geste, die sofort für eine konzentrierte Atmosphäre sorgte, ohne autoritär zu wirken. Mehrfach verließ er die Bühne, um „auf Augenhöhe" mit uns zu sprechen, was deutlich machte, dass es ihm wirklich darum ging, uns zu erreichen. Statt eines reinen Frontalvortrags wählte er einen offenen, dialogischen Stil mit kleinen Schätzfragen – etwa, wie viel die Menschen damals verdient haben oder wie viele Jüdinnen und Juden in Deutschland lebten. Dadurch wurde man automatisch zum Mitdenken gebracht. Seine Sprache war klar und verständlich, Fachbegriffe erklärte er beiläufig mit. Auf PowerPoint oder Bilder verzichtete er, was kein Mangel war, weil seine Erzählweise stark genug war, um uns rund siebzig Minuten lang zu fesseln, bevor sich eine etwa zwanzigminütige Fragerunde anschloss.
Kritische Anmerkungen
Kritisch sehe ich zwei Punkte. Zum einen hatte ich gelegentlich den Eindruck, der Vortrag diene auch dazu, sein 768 Seiten umfassendes Buch zu bewerben – nachvollziehbar, aber stellenweise etwas zu offensichtlich. Zum anderen lehnte er in der Fragerunde eine Frage einer Lehrkraft mit dem Hinweis ab, nur Schülerinnen und Schüler dürften fragen. Das fand ich schade, denn Lehrkräfte haben oft einen guten Blick dafür, welche Themen für uns interessant sind oder im Vortrag noch nicht ganz beantwortet wurden. Inhaltlich etwas zu kurz kam für mich, soweit ich mich erinnere, der Alltag in den Familien jener Zeit: Wie offen wurde zu Hause über Politik, Verfolgung oder später über Schuld gesprochen?
Fazit
Götz Aly hat einen Vortrag gehalten, der inhaltlich dicht, durchdacht und menschlich ehrlich war, ohne irgendetwas zu beschönigen. Für unsere aktuelle Unterrichtseinheit war seine Lesung eine ideale Vertiefung, und ich habe das Gefühl, die Zeit zwischen 1933 und 1945 nun nicht nur besser zu kennen, sondern auch besser zu verstehen. Trotz der kleinen Kritikpunkte würde ich den Vortrag und sicherlich auch das Buch jederzeit weiterempfehlen. Dass uns das AEG eine solche Veranstaltung kostenlos ermöglicht hat, finde ich besonders wertvoll – gerade bei diesem Thema halte ich Aufklärung für unverzichtbar.
Mia Niehus, 10D
Deutsche im südlichen Dänemark, Dänen im Landesteil Schleswig sowie die Friesen in Nordfriesland leben seit Jahrhunderten im „Land zwischen den Meeren“. Nicht immer war das Zusammenleben so friedlich und die Akzeptanz der Minderheitensprachen so anerkannt wie heute, auch wegen der europäischen Einigung. Im Gegenteil: Noch bis lange nach dem 2. Weltkrieg herrschte zwischen Dänen und Deutschen im Grenzgebiet Ablehnung, teils Feindschaft. Die EU als Friedensprojekt: Ein ständiges Thema der Europa-AG, das aktuell im Rahmen der Europaregion zwischen Deutschland und Dänemark diskutiert wird. Eine der nächsten Europafahrten könnte in diese Region führen.
Peter von der Osten, Studiendirektor a.D. der Deutschen Schule von Apenrade und ehemaliger Musikdirektor der deutschen Minderheit in Nordschleswig, war als sachkundiger Referent in die Europa-AG gekommen. Gleich zu Beginn wurde ein kleiner Fahnenmast mit dem Dannebrog, der dänischen Flagge, aufgestellt. Peter von der Osten, ein gebürtiger Hamelner, der 35 Jahre lang in Dänemark gelebt hat und vor einiger Zeit in seine Heimat zurückgekehrt ist (er lebt jetzt in Bad Pyrmont), gab einen Eindruck, wie es ist, zu einer Minderheit in dem Land, in dem man lebt, zu gehören. Anschließend erläuterte er die geschichtliche Entwicklung: Erst wurde das Herzogtum Schleswig 1864 an das Deutsche Reich angeschlossen, nach dem Ersten Weltkrieg dann Dänemark. Nach einer Volksabstimmung war das deutsch-dänische Verhältnis nicht sehr harmonisch. „Mit einem Mal sprachen Nachbarn nicht mehr miteinander, frühere Freunde sahen sich nicht mehr an“, so Peter von der Osten.
Ganz schlimm wurde es dann mit dem zweiten Weltkrieg und der deutschen Besatzung Dänemarks. Nach Kriegsende wurden deutsche Schulen und Organisationen geschlossen, deutsche Traditionen und die deutsche Sprache wurden versteckt, deutsche und dänische Schulkinder beschimpften sich. „Je länger der Abstand zum Krieg wurde, desto besser wurde das gegenseitige Verhältnis“, so der Referent, der als Musiklehrer und Dozent deutsche Chöre in ganz Nordschleswig leitete. Besonders wichtig war die Bonn-Kopenhagener Erklärung von 1955, die besagte, dass die Minderheiten auf beiden Seiten der Grenze vollwertige Staatsbürger sind.
Ein interessantes Thema, das an unserer Schule womöglich weiterverfolgt wird. Der ehemalige Dozent, Studien- und Musikdirektor Peter von der Osten, der als Jugendlicher Kontrabassist im Bundesjugendorchester und beim NDR war, kennt zwischen Lübeck und Kolding praktisch jede Schule und jedes wichtige Musikensemble. Vielleicht lassen sich diese Kontakte ja intensivieren…
Am 2.6.26 und am 4.6.26 könnt ihr das neue AEG-Schul-Musical "Audrey 2" um 18.00 Uhr in der Aula bei freiem Eintritt ansehen. Aber Vorsicht! Es handelt sich um ein nur fast veganes Musical, denn dem jungen Seymour, der in einem armen Stadtteil lebt, fällt zufällig eine außerirdische Pflanze in die Arme, die ihm zum ersten Mal in seinem Leben Aufmerksamkeit und finanziellen Erfolg beschert. Er gibt der Pflanze liebevoll den Namen "Audrey", den auch seine Angebetete trägt, welche er aus den Fängen ihres grausamen Freundes, des Tätowierers Mr. Scrivello, retten möchte, um mit ihr ein neues Leben in besseren Verhältnissen zu beginnen. Das Glück scheint zunächst auf Seymours Seite zu sein. Es läuft gut im Beruf und in der Liebe. Doch dann offenbart "Audrey 2" ihr dunkles Geheimnis: Die zunächst so niedlich wirkende kleine Pflanze wächst und wächst und wächst und sie fordert Blut, und zwar Menschenblut …




