Eine ganz besondere Auszeichnung für das AEG: Zur Verleihungsfeier des Erasmus+ Qualitätssiegels war unter anderem der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne in unsere Schule gekommen, um diese – in seinen Worten – „kleine, aber feine Auszeichnung, die vielleicht einmal im Jahr verliehen wird, wenn überhaupt“ zu überreichen. Ebenfalls anwesend waren Stadträtin Martina Harms, Constantin Grosch (Kreistagsabgeordneter) sowie vor allem im Bereich des Europaprofils des AEG tätige Lehrkräfte. Seitens der Schülerschaft waren die Klassensprecherinnen und -sprecher, die Big Band (Leitung: Tobias Carmine) sowie Jahrgangssprecher und Mitglieder der SV anwesend.

Das Siegel ist dem Albert-Einstein-Gymnasium für das Projekt „Balance zwischen Digitalisierung und Gesundheit für alle Beteiligten unserer Schule“ verliehen worden. „Mit einer sehr guten Bewertung ist das Projekt ein Beispiel guter Praxis des EU-Programms Erasmus+ im Bereich Schulbildung“, heißt es auf der Urkunde.

 

„Wir waren und sind gerade auch wegen der sehr merkwürdigen Zeiten, Corona lässt grüßen, wirklich ein wenig stolz, als wir von der Überreichung des Qualitätssiegels durch Sie gehört haben“, begrüßte Schulleiter Sönke den Minister. „Wir bieten über Erasmus unseren Schülerinnen und Schülern als auch den Lehrkräften vielfältige Möglichkeiten, Europakompetenzen zu entwickeln und haben das Ziel, Kenntnisse über Europa und europäische Institutionen zu fördern, die Mehrsprachigkeit zu stärken und in besonderem Maße die Entwicklung interkultureller Kompetenzen zu ermöglichen und zu unterstützen“, erläuterte Koß. Das Schulprogramm des AEG sei an diesem Europaprofil ausgerichtet, entsprechende unterrichtsergänzende Aktivitäten fester Bestandteil des schulischen Lebens. Koß weiter: „Wir machen es uns zur Aufgabe, den Gedanken der Völkerverständigung sowie Respekt und Toleranz gegenüber anderen Kulturen zu entwickeln, insbesondere den Wert der Idee einer gemeinsamen Zukunft der europäischen Völker in Frieden, was in diesen betrüblichen Zeiten von allerhöchster Bedeutung ist. Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, die Vielfalt der Sprachen und Kulturen in Unterricht und Schulkultur sichtbar und durch pädagogische Angebote erfahrbar zu machen.“

Ziel sei es, dafür eine Kultur der Wertschätzung und Anerkennung zu entwickeln. In diesem Kontext sei auch zu erwähnen, dass das AEG aktives  Mitglied im Modellprojekt Zukunftsschule ist und sich damit auch im Unterricht auf neue Wege begibt.

Stadträtin Martina Harms verwies darauf, dass das „tolle neue Gebäude“ am Schulzentrum Nord mit Leben gefüllt werde. Europa und Völkerverständigung seien wichtiger denn je, gerade in der aktuellen Zeit des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Das AEG habe als erste Schule Geflüchtete dieses Krieges aufgenommen, was besonders lobenswert sei. „Seit 25 Jahren Europaschule – hier wird Europa gelebt“, unterstrich Martina Harms, „was man unter anderem auch an den zahlreichen Preisen beim Europäischen Wettbewerb sieht“. Gerade aktuell habe man erneut fünf Landespreise gewonnen und warte noch gespannt auf die Ergebnisse der Bundesjury.

Der Kultusminister verwies auf die Grundlagen des Qualitätssiegels – unter anderem digitale Medienbildung und Gesundheitserziehung. Damit seien zwei ganz aktuelle Bereiche von Schule und Bildung erfasst: „Lehrer- und auch Schülergesundheit sind eine wichtige Grundlage, damit Schule gelingt“, urteilte Grant Hendrik Tonne, „ebenso wie die Herausforderung, sich digital neu aufzustellen. So schön digitale Endgeräte aber auch seien – dahinter stehe „keine 24-7-Erreichbarkeit“ für alle Beteiligten. Auch Tonne bezog sich auf den Krieg in der Ukraine: „Wir haben den unglaublichen Luxus, seit Jahrzehnten in Frieden leben zu dürfen“. Werte wie Frieden und Freiheit seien unverhandelbar. „Zum Frieden gibt es keine Alternative“, so Tonne weiter, „daher habe ich mich über die große Botschaft im Eingangsbereich der Schule – kein Krieg! – sehr gefreut!“

Zur Abrundung der festlichen Verleihung wurden die Aktivitäten des AEG in und mit Europa als Power-Point-Präsentation sowie Beiträge der Musikensembles als Film den Anwesenden präsentiert. Besonders hervorgehoben wurden die Austausche, die Aktivitäten der Europa-AG, die CertiLingua-Zertifizierung sowie die Beteiligung an verschiedenen Comenius- und Erasmus+-Projekten. Niedersachsenweit einzigartig am AEG ist weiterhin das dreiwöchige Betriebspraktikum in Paris in Jahrgang 10/11, das in diesem Jahr unter anderem dazu führt, dass eine Abiturientin ab dem Sommer ihr Freiwilliges Soziales Jahr in Frankreich absolvieren wird.

Cord Wilhelm Kiel