„Es war echt interessant, wie viel Macht ich plötzlich hatte. Einfach weil Russland und China auf meiner Seite waren“, meinte Benjamin und zieht damit ein positives Fazit aus der Simulation der UN-Sicherheitsratssitzung, die am 14.Juli 2021 im Klassenzimmer der 11B stattfand. Nachdem die Jugendlichen lehrplangerecht die Organisation und den Aufbau der Vereinten Nationen oder auch United Nations (UN) kennengelernt hatten, die Aufgaben der UN am Beispiel humanitärer Krisen erarbeitet hatten und sich auch mit den Problemen des Sicherheitsrates und den nötigen Reformen auseinandergesetzt hatten, ging es nun darum, das Gelernte selbst im Rahmen einer Simulation auszuprobieren.

 

Das Delegiertenhandbuch für die 23 verschiedenen Staaten legte die Situation in Syrien dar, erklärte, dass formelle Kleidung und pünktliches Erscheinen Pflicht sind und gab Hilfestellungen zur Recherche der Positionen der Länder. Am Tag zuvor musste also jede*r tiefgreifend recherchieren – wer weiß schon aus dem Stegreif, wie Estland zum Syrienkonflikt steht und ob es militärische Interventionen dort befürworten würde?! Denn genau das sah die vorliegende Resolution vor, also wurden der Fischer Weltalmanach, die Bundeszentrale für politische Bildung sowie UN-Protokolle (auch auf Englisch) gelesen, so dass jede*r Delegierte zur Eröffnung der Sitzung ein Eingangsstatement vorbereitet hatte.

Diego Takahasi und Franziska Rohmann von der Initiative „UN im Klassenzimmer“ der Deutschen Gesellschaft der Vereinten Nationen e.V. eröffneten die hybride Sitzung und übernahmen per Videokonferenz den Vorsitz. Die vorliegende Resolution wurde Abschnitt für Abschnitt besprochen, Änderungsanträge eingebracht und abschließend abgestimmt. Am Ende war zwar eine Zweidrittelmehrheit dafür, in Syrien Sicherheitszonen für Zivilisten einzurichten, UN-Blauhelmsoldaten zum Schutz zu entsenden und militärisch in den Konflikt einzugreifen, aber die Delegierten Chinas und Russlands nutzen ihr Vetorecht, um die Resolution am Ende zu verhindern. „Das war so frustrierend, zu erleben, dass eine Mehrheit die Verhandlungen abschließen will und dann reicht ein einziges Land, um das zu verhindern“, beschreibt Lara ihre Erfahrung, viele nicken. „Ich fands trotzdem total gut, das zu machen“, schließt Leon die Feedbackrunde und aus Lüneburg und Berlin kommt von den Vorsitzenden außerdem noch Lob für die ernsthafte und breite Beteiligung. Ein absolut gelungener Abschluss des Politikunterrichts, findet auch Lehrkraft Anne-Kathrin Borchers.