Dank unseres Fremdsprachenassistenten Thibaults, der seine Weihnachtsferien in der Heimat verlebt hat, konnte der Französischkurs des 7. Jahrgangs heute ein bisschen Landeskunde live erleben. Am 6. Januar, am Drei-Königs-Tag (=l’épiphanie) , wird der folgende Brauch überall in Frankreich zelebriert: Es gibt einen traditionellen Blätterteigkuchen mit Marzipan oder auch mit Äpfeln, la galette, in den eine kleine Keramikfigur eingebacken wurde.  Das jüngste Familienmitglied muss unter den Tisch und der Kuchen wird in so viele Stücke geschnitten, wie Familienmitglieder anwesend sind. Eine Person zeigt dann auf ein beliebiges Kuchenstück und fragt den Spross unterm Tisch: Ce morceau est pour qui? Für wen ist dieses Stück?

Das Kind unter dem Tisch nennt einen Namen aus der Familie, und zwar solange, bis alle Stücke verteilt sind. Dann fangen alle Beteiligten gleichzeitig und sehr vorsichtig an, den Kuchen zu essen, immer auf der Suche nach der Keramikfigur und darauf bedacht, alle Zähne unversehrt zu lassen. Wer auf die fève  (= die Bohne) stößt, so nennt man nämlich die kleine Figur, weil sie früher nicht aus Keramik sondern in Form eines echten Bohnensamens im Kuchen versteckt wurde, wird dann mit einer Pappkrone gebührend zum König oder zur Königin des Tages gekrönt.

Thibault hat uns netterweise die galettes auf Frankreich mitgebracht und so konnten wir den Brauch, den wir letztes Jahr nur in der Theorie besprochen hatten, heute praktisch erleben. Die jüngste Schülerin der Klasse wurde unter den Tisch geschickt. Die Zuteilung verlief schnell im Klassenraum. Der genussvolle Verzehr erfolgte coronakonform draußen und mit Abstand. Da der Kurs aus 20 Schülerinnen und Schülern bestand, vertilgten wir gleich zwei Kuchen und so wurden am Ende auch eine Königin und ein König gekrönt.