Comenius I

Jetzt saßen wir also in der Boeing 737 mit der Aufschrift „Germanwings“. Ziel war dieses Mal Budapest. Mit dieser Reise sollte das 2008 ins Leben gerufene Comenius-Projekt vorerst beendet werden. Das Motto lautete: „Healthy Eating“.

Angefangen hatte der Kurztrip für die Meisten mit dem Besuch von Frau Kunkel im Erdkundeunterricht. Ein paar Tage später standen fünf Teilnehmer fest. Wir waren alle ziemlich aufgeregt da ein Großteil nämlich das erste Mal am Comenius-Projekt teilnahm und sich sonst unser Wissen über Ungarn auch eher auf Paprika und Gulasch begrenzte. Somit lässt sich die leichte Unruhe erklären die sich bei einigen kurz vor Abflug auftat, denn es waren immerhin 5 Tage  in Gastfamilien, über die wir praktisch nichts außer den schwierig auszusprechenden Namen wussten, zu bewältigen. Wir flogen bei gutem Wetter in Hannover ab. Je weiter wir nach Osten kamen, desto regnerischer wurde es. Schließlich waren wir über Budapest, welches wir zunächst gar nicht erkannten, denn es war erstaunlich dunkel dort am Boden. Selbst Hameln ist erleuchteter als Budapest- so schien es jedenfalls für uns. Wir stiegen also aus dem Flugzeug aus und befanden uns im strömenden Regen.

Im trockenen Teil des Flughafens angekommen, empfingen uns die ungarischen Schülerinnen sehr herzlich. Auch unser Schulleiter, Herr Weber, wartete auf uns. Er war schon vorher angereist, um die bestehenden Kontakte zur ungarischen Schule zu festigen.  Da es schon ziemlich spät war, fuhren wir gleich in die Häuser der Gastfamilien, die uns ihrerseits ebenfalls begrüßten- in mehr oder weniger gebrochenem Deutsch. Es kristallisierte sich schnell heraus, dass Deutsch eher zu gebrauchen war als Englisch- jedenfalls in den meisten Gastfamilien. In anderen mussten auch energische Gesten in Form von Hand- und Fußbewegungen zum Einsatz kommen. Der erste Tag begann in Budapest mit der Feststellung, dass ein Großteil zu wenig geschlafen hatte. Um 9.00 Uhr trafen sich alle in der Schule wieder. Wir tauschten sogleich die ersten Eindrücke und Erlebnisse aus. Wir trafen hier auch zum ersten Mal auf die englische und die französische Gruppe, die, wie bei den vorherigen Aufenthalten, auch wieder an Bord war. Nach einer kurzen Begrüßung durch die ungarischen Betreuer wurde uns die Schule gezeigt. Wir bekamen einen Einblick in verschiedene Jahrgangsstufen sowie die verschiedenen Fächer, welche zu diesem Zeitpunkt unterrichtet wurden.

Nach dem Rundgang begaben wir uns zu einer nahegelegen Bushaltestelle, denn der erste Programmpunkt stand an: Der Besuch einer Tierfarm. Die Busfahrt dorthin dauerte länger als gedacht, da sich die Farm außerhalb von Budapest befand. Nach der Besichtigung begaben wir uns zurück zur Schule um in der Kantine Mittag zu essen. Schließlich begaben wir uns per Bus und per U-Bahn in ein Science-Center. Das Wetter hatte sich leider wieder verschlechtert und somit konnten die von den Ungarn geplanten Programmpunkte nicht immer umgesetzt werden. Ein erster Kontakt zu den Gruppen aus England und Frankreich hatte sich bereits beim Mittagessen ergeben. Im Science-Center tauschten wir uns weiter aus und unterhielten uns.

Am Dienstag, dem zweiten Tag, trafen wir uns noch früher. Das Wetter blieb leider konstant schlecht. Trotzdem begaben wir uns wie geplant zu einem Pferdestall, denn für Dienstag war Reiten eingeplant. Nach und nach drehten wir alle ein paar Runden im Stall. Es dauerte eine ganze Weile bis jeder seine Runde geritten hatte. Wir wurden dann noch im Stall herumgeführt und durften uns die übrigen Pferde ansehen. Bei einigen machte sich allmählich Ungeduld breit, da wir bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der Stadt gewesen waren, um wenigstens ein Mitbringsel zu kaufen.Am Nachmittag besuchten wir ein Felsenkrankenhaus aus, welches schon die beiden Weltkriege und den kalten Krieg überstanden hatte. Nach einer kurzen Einführung durch einen Film, leitete uns eine junge Ungarin selbstbewusst durch das riesige Krankenhaus und versuchte sich dabei in Englisch und Französisch. Das Innere des Krankenhauses war mit Wachsfiguren dekoriert, die die Führung durch das Gewölbe besonders lebensecht gestalten sollten. Nachdem wir das Krankenhaus verlassen hatten, begaben wir uns auf eine Aussichtsplattform, von der aus wir einen guten Überblick über das Zentrum von Budapest hatten, in dem wir bis dato noch nicht gewesen waren.

Der nächste Tag begann mit der Fahrt zu einem anderen Aussichtspunkt. Das Wetter hatte sich endlich gebessert. Die Fahrt zu dem besagten Aussichtspunkt hatte sich allerdings gewaschen. Bereits den Tag zuvor hatten wir uns alle in einen Bus quetschen müssen. Dieses Mal war es wieder die gleiche Situation- der Bus war allerdings kleiner und so konnten wir weder einen Schritt vor noch einen Schritt zurückgehen, als wir uns schließlich alle in diesem Bus befanden. Der Busfahrer seinerseits hatte nach einiger Zeit Gefallen daran gefunden bewusst stark abzubremsen und die Kurven noch enger zu fahren. Nach jeder Kurve hallte ein Aufschrei durch den Bus. Das  darauffolgende Grinsen des Busfahrers war unübersehbar. Nach dieser anstrengenden Fahrt, befanden wir uns also endlich auf diesem Aussichtspunkt. Tatsächlich hatte man ein besseres Panorama als den Tag zuvor. Schnell schossen wir ein paar Gruppenbilder. Frau Kunkel hatte einigen ans Herz gelegt einen nahegelegenen Schatz mit Hilfe des GPS-Gerätes zu suchen. Das sogenannte „Geocaching“ war für den Großteil von uns neu und sogleich ergriffen wir die Initiative und suchten nach dem Schatz. Erst als wir durch Gesas lautes Rufen darauf aufmerksam gemacht wurden, dass der Rest Gruppe schon weitergeht, stoppten wir die Suche und rannten zurück, um dann festzustellen, dass wir die Gruppe verloren hatten.

Nach einigem Suchen und einem Telefonat, konnten schlossen wir uns wieder an die Gruppe an, die sich inzwischen in der riesigen Markthalle aufhielt. Dort hatten wir allerdings nicht viel Zeit, da der Besuch des Szécheny Spas bevorstand.

Auf diesen Programmpunkt hatten wir uns alle gefreut. Und das Bad entpuppte sich wirklich als Wellnesslagune. Warme Becken, kalte Becken, Saunen, Whirlpools und viel mehr versüßten uns den Nachmittag.

Da Mittwoch bereits der vorletzte Tag war, wurde für alle ein Abschiedstreffen geplant. Wir fuhren gemeinsam zur Schule zurück und gestalteten dann Comenius-T-Shirts, machten kleine Spiele, unterhielten uns und hatten eine Menge Spaß. Das Büffet hatte allerdings weniger mit unserem Motto „Healthy Eating“ zu tun. Mit dem Versprechen uns bald wiederzusehen verabschiedeten wir uns bereits an diesem Abend von der französischen Gruppe.

Der letzte Tag stand bevor. Bereits morgens verabschiedeten wir unsere ungarischen Partner. Einige waren traurig, andere freuten sich auf den strukturierten Tagesablauf, der nun nur von uns Deutschen bestimmt werden konnte, da wir erst abends abfuhren. Wir wollten nach wie vor unbedingt ins Stadtzentrum um kleine Geschenke zu kaufen. Außerdem mussten wir das eingetauschte Geld loswerden. Wir gingen also shoppen und trafen gegen Mittag noch einmal die englische Gruppe in der Stadt. Bevorzugte Mitbringsel für Deutschland: Tokaji (ein süßer Dessertwein), Salami und Paprikagewürze. „Einfach zu finden“, möchte man denken. Bis wir jedoch endlich alles gekauft hatten vergingen gefühlte 8 Stunden. Außerdem brauchten einige von uns dringend eine Plastikbox, da wir ein typisches Dobosz-Tortenstück nach Deutschland nehmen wollten. Es wollte jedoch partout kein Supermarkt auftauchen. Nach einer Ewigkeit fragten wir schließlich in einer DM-Drogerie auf Englisch nach Plastikboxen.

Ungarn

Die Assistentin sah uns nur fragend an und führte uns kurzerhand zur Kondomabteilung. Wir wissen bis heute nicht, ob und wenn ja, was die Frau von diesem eigentlich einfachen Satz verstanden hatte. Unser Verzweiflungspegel erreichte seinen Höhepunkt. Dieser DM hatte offensichtlich keine PlastikUngarnboxen. Doch wir gaben nicht auf und fanden dann schließlich Feuchttücher, die sich, abgepackt in Plastik, in einer Plastikbox befanden. Um pünktlich am vereinbarten Treffpunkt, dem Gerbeaud-Café anzukommen, sahen wir uns gezwungen die Feuchttücher zu kaufen um in der Box die Tortenstücke zu verstauen, welche auch tatsächlich hineinpassten. Uns fiel ein Stein vom Herzen. Nach einem letzten Plausch mit den Engländern, verabschiedeten wir auch diese. Gemeinsam traten wir die Heimreise an - zunächst mit dem Bus nach Wien. Wir stiegen in Wien pünktlich in das Flugzeug nach, welches uns von Wien nach Hannover brachte. Air Berlin sorgte mit Bifi im Brotmantel und Studentenfutter stets für unser leibliches Wohl.   Die gesamte Gruppe in der Schule am Abschiedsabend. Die ungarischen Teilnehmer tragen weiße Shirts, die französischen Teilnehmer tragen rote Shirts und die Engländer tragen gelbe Shirts.

Wir blicken jetzt auf eine unglaublich spannende Woche mit verschiedenen Nationen aus ganz Europa zurück. Wie hatten eine Menge Spaß und bereuen diesen Aufenthalt auf keinen Fall. Wir haben viele nette, junge Menschen kennengelernt, mit denen wir jetzt immer noch Kontakt haben- entweder über E-Mail, Facebook oder durch Besuche, denn einige von uns wurden nach England, Ungarn und Frankreich eingeladen. Etwas Besonderes für uns sicherlich auch, dass wir uns sowohl auf Französisch, als auch auf Englisch unterhalten konnten, da wir beide Fremdsprachen in der Schule lernen während die anderen Nationen jeweils nur die eine Sprache wirklich für ein Gespräch nutzen können.

Jeder, der die Möglichkeit hat an dem Comeniusprojekt teilzunehmen, sollte die Chance nicht verpassen. Wir wurden sehr herzlich in Empfang genommen und dank der Gastfreundschaft der Ungarn fanden wir uns sofort gut zurecht. Wir hoffen auf die Genehmigung eines neuen Projektes im nächsten Jahr und freuen uns auf neue Länder, mit denen wir an einem anderen Thema arbeiten können.

 Die Deutsche Gruppe in blau (v. links):
Sina Fricke, Fabian Behling, Justus Buss, Felix Schmidt und Gesa Höpner

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Frau Kunkel, die entscheidend zu diesem Projekt beigetragen hat sowie Frau Seebode. Beide begleiteten uns auf dieser Fahrt.

   

 
Autoren: Felix Schmidt 10a, Gesa Höpner 10c

Übersicht

Von Montag, 30.11.2009 bis Freitag, 04.12.2009 haben wir insgesamt 30 Schülerinnen und Schüler mit ihren Begleitpersonen aus unseren Partnerschulen (St Maur, Torbay und Budapest) zu Besuch. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums sind ebenfalls in das Programm eingebunden. Sie sehen hier die Planung für die Woche:
 

Mo, 30.11. ab 15.00 Anreise der Gruppen in HM
GB > JH Koffertransfer
F, Hu > Abholung durch Gastfamilien
Bahnhof Hameln
Di,  01.12. 8.45 – 9.30
 
9.45 - 11.20
11.45
12.30
ab 14.30
 
ab 18.00
Empfang im AEG
Schulführung
Christbaumschmücken
Essen
GA der Partner
Stadtführung durch SEM Fach / Empfang
BM
GB in Familien
Teambesprechung
 
 
 
Mensa
Raum A 127
Hochzeitshaus
Mi, 02.12. 8.30
 
18.30
Abfahrt snow-dome Bispingen
 
GB: Essen in JH
F, Hu: Gastfamilien
AEG
Do, 03.12. 9.00
9.20 – 13.10 
 
14.00
 
 
18.00
19.00

Eschenhof Springe
 
Kaffee, Kuchen, Film
GA der Partner "Fairwell"
 
SuS: in Gastfamilien
Begleiter: gemeinsames Essen
Treffen am Bahnhof
 
 
Mensa
Fr,  04.12. vormittags Individuelle Abfahrt
Koffertransfer GB
Abschied
Bahnhof Hameln

 
Autorin: Liane Kunkel / November 2009

Drei Schülerinnen und ein Schüler aus dem Jahrgang 7 haben fünf spannende Tage hinter sich! Statt, wie sonst üblich um diese Jahreszeit, die Schulbank zu drücken, machten  sie sich mit ihren beiden Begleitern, Frau Kunkel und Herrn Weber auf die Reise nach England, genauer gesagt, nach Brixham, einer Stadt unserer Partnergemeinde Torbay. Dort fand nämlich vom 01. bis zum 05. Dezember 2008 das erste Treffen von Schülerinnen und Schülern aus vier Nationen im Rahmen des COMENIUS-Projektes statt, das im September 2008 am AEG gestartet ist.

Bei dem Thema, an dem Gruppen aus Deutschland, England, Frankreich und Ungarn zwei Jahre lang arbeiten werden, handelt es sich um Fragen rund um gesunde Ernährung und gesunde Lebensweise von Jugendlichen. Ziel ist, sich im europäischen Rahmen mit Gleichaltrigen darüber auszutauschen, gemeinsame Aktivitäten zu erleben und zum Abschluss ein gemeinsam erstelltes Produkt zu dem Thema zu veröffentlichen. Dieses Projekt  wird von der Europäischen Union gefördert und finanziell unterstützt.

Die vier Deutschen und ihre Begleiter erfuhren während ihres Aufenthaltes in Brixham sehr viel über Land und Leute in Devon.
Gleich am ersten Tag stand der Besuch einer Fischauktion mit anschließendem Frühstück in Yachtclub auf dem Programm, danach wurden den staunenden Besuchern alle Funktionen eines Rettungsbootes ("lifeboat") erklärt und man durfte sogar in die Schutzanzüge steigen.
Aber auch die englische Schule war für die deutschen Schülerinnen und Schüler wie ein Abenteuerspielplatz. Es gab da einen Leseraum mit Liegekissen, einen Fitnessraum, eine eigene Abteilung für Computerdesign und eine Schulküche, in der die COMENIUS-Gruppe viele Rezepte ausprobieren durfte. Nachdem man an "mince pies" und Kuchenverzierung geübt hatte, war der Höhepunkt die Zubereitung eines kompletten "Christmas dinners" und  natürlich das Essen danach.

Die Teilnehmer aus allen vier Nationen waren in international gemischten Gruppen untergebracht. Man wohnte sehr gemütlich in "lodges", sprich Ferienhäusern (mit Blick aufs Meer!) und meist ergaben sich nach dem ‚offiziellen’ Tagesprogramm lebhafte Gespräche rund um das (künstliche) Kaminfeuer.
So erfuhr man nebenbei über die Lebensgewohnheiten der Jugendlichen in den anderen europäischen Ländern und wenn der Gesprächsstoff mal ausging, übte man Zungenbrecher. Es stellte sich schnell heraus, dass das deutsche Wort "Eichhörnchen" der absolute Renner war und fast nicht auszusprechen für Briten, Franzosen und Ungarn.

Nach vier erlebnisreichen Tagen hieß es jedoch Abschied nehmen von diesem gastlichen Ort und sicherlich wäre der eine oder die andere noch gern etwas länger geblieben.
Stattdessen hatten wir noch die lange Fahrt durch die südenglische Landschaft  in Richtung London vor uns und den Heimflug nach Hannover.
Alle Teilnehmer konnten sich jedoch damit trösten, dass das COMENIUS-Projekt noch bis Juni 2010 dauert und es für viele ein Wiedersehen geben wird – wenn nicht in einem der Partnerländer, dann eben im Dezember 2009 in Hameln!

Autorin: Liane Kunkel / Dezember 2008

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