Förderung von Hochbegabungen
 

Besondere Begabungen und hohe Intelligenz nur nach dem Intelligenzquotienten zu beurteilen genügt nicht und gibt zu wenig konkrete Handlungsansätze. Unser Ziel ist eher eine individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen, die davon ausgeht, dass durch Arbeit mit dem Kind, durch Beobachtung und Gespräch herauszufinden ist, welche Anregungen, Hilfestellungen und andere Formen der Begleitung das Kind benötigt.
Besondere Begabung zeigt es u.a. dadurch,

  • dass es schneller als andere mit den Aufgaben fertig ist
  • dass es außergewöhnliche Lösungen und Ideen parat hat
  • dass es sich langweilt
  • dass es viel fragt, viel wissen möchte
  • dass es hartnäckig nachhakt
  • dass es sich auf neue Probleme und Themen schnell einstellen kann
  • dass es ein gutes Gedächtnis hat
  • dass es still und zuverlässig, ohne lange zu fragen alles erledigt
  • dass es mit Frust lockerer umgehen kann
  • dass es gern tanzt, spielt, singt
  • u.v.a.m.

Oft wird man nur auf die mathematisch, sprachlich und musikalisch besonders interessierten Kinder aufmerksam. Howard Gardner (USA) unterscheidet aber 9 Intelligenzen (siehe „Lichtblick für helle Köpfe“ Joelle Huser, S.8-9):
1. Sprachliche, 2. Musikalische, 3. Logisch-mathematische,
4. Räumliche, 5. Körperlich-kinästhetische, 6. Intrapersonale,
7. Interpersonale, 8. Naturalistische und 9. Existenzielle Intelligenz.
Jeder darf seine besonderen Interessen herausfinden und entwickeln, es wäre schlimm, wenn ein Kind sich eingeschränkt und in seiner Entwicklung behindert fühlt, sei es durch unangemessene Lerngeschwindigkeit, Lerninhalte oder wenn es den Drang und die Neugierde verspürt, weiterzugehen und stehen bleiben soll. Es ist eine wertvolle Aufgabe, alle Kinder mit ihren ausgeprägten Stärken aber auch Schwächen anzuerkennen, sie zu begleiten und zwar so lange, bis sie ihre Lernentwicklung selbständig beurteilen können und zu selbstwirksamen Entscheidungen in der Lage sind. Mischen sich besondere Begabungen aber aufgrund jahrelanger Fehlbeurteilung bereits mit ausgeprägten negativen Verhaltensauffälligkeiten, wird die Hilfestellung durch außerschulische Fachkräfte notwendig.
Die Vielzahl und Breite der Angebote und Vermittlungen des Albert-Einstein-Gymnasiums entnehmen Sie bitte dem „Wettbewerbskompass“/„Kompass f. helle Köpfe“.
  

Komponenten zur Förderung hochbegabter Kinder und Jugendlicher
am Albert-Einstein-Gymnasium Hameln
 

Komponenten

Während der Sommerferien zwei Wochen zur Deutschen Schülerakademie nach Braunschweig

Jedes Jahr haben wir am Albert- Einstein-Gymnasium Hameln die Möglichkeit, außergewöhnlich interessierte und begabte Schüler der Deutschen Schülerakademie zuzuleiten. Insgesamt nehmen pro Jahr etwa 1100 Schüler aus ganz Deutschland an den Sommerkursen teil- es sind wirklich nur die Besten der Besten.
Hier der Erfahrungsbericht von Kevin Kessing, ehemaliger Schüler des Jahrgangs 12:

Psychologisch gesehen entstehen Glücksgefühle vor allem dann, wenn Ereignisse die Erwartungen im positiven Sinne übertreffen. Besser lässt sich die Deutsche Schülerakademie Braunschweig 2, an der ich teilgenommen habe, kaum beschreiben. Über die Ereignisdichte auf der Akademie haben wir schon während derselben diskutiert – wobei wir natürlich festgestellt haben, dass sie maximal ist. In allen Bereichen von Literatur über Kunst, Musik, Sport, Soziologie bis hin zum Wissenschaftlichen wie mathematischer Logik und Komplexchemie konnten wir 95 Schüler uns tags- und nicht selten nachtsüber betätigen.

Das Prinzip der DSA ist es, grob gesagt, die Teilnehmer selbstständig organisieren zu lassen. Praktisch funktioniert das bei 95 motivierten Schülern deutscher Schulen trotz der Ferienzeiten unerwartet gut – die Erwartungen übertreffend! – und gibt zudem noch ein authentisches Gefühl der Gemeinschaft, Produktivität und macht schlicht Spaß. Abgesehen von einer bis vier täglichen Kursschienen, zu deren Zeit die gewählten Themen referiert und erarbeitet werden, ist wesentlicher Bestandteil der DSA das Angebot an KüAs, kursübergreifenden Aktivitäten. Diese werden, so ist es auch vorgesehen, bis auf wenige Ausnahmen von den Schülern selber ausgerichtet und sind auch an andere Schüler gerichtet; letztendlich zeigen sie den Leitgedanken auf, alle in der Gemeinschaft in Aktivitäten einzubinden und aktiv am Geschehen teilnehmen zu lassen.

Es wäre auch ein fundamental falscher Gedanke, sich aufgrund des hochtrabenden Namens einzubilden, die DSA sei ein trockenes Seminar oder reines Büffelprogramm – wie die Schüler der Nachrichten-KüA mitteilten, sei das außerdem nicht nötig, denn wir seien, anders als in der Zeitung verkündet, nicht hoch-, sondern höchstbegabt. Gemäß diesem Prinzip der Einbindung aller waren auch die Kurs- und Akademieleiter (KL & AL) ein Teil der Gemeinschaft, der geduzt wurde, an einem Tisch aß, an Schülergesprächen und Wasserschlachten teilnahm. Siezen wurde in unserem Kurs gar mit Kuchenbacken bestraft.

Die Gruppe an Schülern aus ganz Deutschland und teilweise ausländischen deutschen Schulen war ein homogenes, aber keineswegs monotones Gemisch.

Mädchen und Jungen waren annähernd gleich viel vertreten und wurden nur nach Stockwerken statt nach Häusern getrennt, anders als das Christophorusjugenddorf es eigentlich vorsieht.

KüAs, welche diese Gruppe zustande gebracht hat, erstrecken sich von klassischen wie Tanzen und Chor über Skat und Zeichnen bis zu Bulgarisch- und Koch-KüAs. Integraler Teil jeder DSA ist auch der Akademiechor, der jeden Tag eineinhalb bis zwei Stunden probt und so im Laufe der 16 Tage ein internes und ein externes Konzert in der nahe gelegenen Kirche maßgeblich gestaltet. An diesem externen Konzert nahm ich zum Beispiel auch an einer Klavierbegleitung für Klarinette und E-Bass-Begleitung teil.

Insgesamt kann ich die Deutsche Schülerakademie nur als unvergessliches Erlebnis beschreiben, dessen Gemeinschaft auch weiterhin über Facebook und den dazugehörigen Club der Ehemaligen zusammenhält. Das erste große, fünftägige Nachtreffen fand zu Silvester in Köln statt, wo neben mir auch rund 30 andere der ursprünglichen Teilnehmer zu finden waren. Es ist immer wieder ein Erlebnis, die Erinnerungen und Kontakte aufs Neue aufblühen zu lassen, und ich bin unbeschreiblich froh, an der mental noch lange anhaltenden Akademie teilgenommen zu haben.

Ansprechpartner: Cord Wilhelm Kiel

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